Abteilungen
Jungschützen
Die Kompanie der Jungschützen sorgt für den jugendlichen
Nachwuchs
innerhalb der Schützenbruderschaft.
Ab einem Alter von 16 Jahren kann man Mitglied werden.
| Gründungsjahr: |
1974 |
| Anzahl der Mitglieder: |
44 |
| Sprecher: |
Patrick Beckamp |
| Amtierender König: |
Georg Rettig |
Die Sprecher der Jungschützen
| Thomas | Meister | 1974 - 1976 |
| Norbert | Watermann | 1976 - 1978 |
| Hubert | Wösthoff | 1978 - 1981 |
| Elmar | Westkämper | 1981 - 1983 |
| Robert | Wessel | 1983 |
| Christian | Westkämper | 1983 - 1984 |
| Carsten | Ulbrich | 1984 |
| Manfred | Borrmann | 1984 - 1990 |
| Bernd | Ottofrickenstein | 1990 - 1993 |
| Ralf | Senger | 1993 - 1997 |
| Tobias | Feldmann | 1997 - 1999 |
| Norbert | Hoppe | 1999 - 2001 |
| Matthias | Wagner | 2001 |
| Jörg | Viefhues | 2001 -2004 |
| Simon | Seliger | 2005 - 2010 |
| Patrick | Beckamp | seit 2010 |
Die Jungschützenkönige (Paare)
| 1974 | Peter Westkämper/ --- | 1992 | Bernd Ottofrickenstein/ Michaela Avermiddig |
| 1975 | Nobert Watermann/ --- | 1993 | Harry Jury/ Regine Ottofrickenstein |
| 1976 | Hubert Wösthoff/ --- | 1994 | Thorsten Tovar/ Nicole Käber |
| 1977 | Hubert Wösthoff/ Irmgard Edelmeyer | 1995 | Ulrich Heisler/ Stefanie Feldmann |
| 1978 | Thomas Meister/ Rita Tegtmeyer | 1996 | Raphael Arens/ Nadine Piekut |
| 1979 | Michael Hödt / Marita Löffler | 1997 | Ralf Senger (Kaiser)/ Cathrin Manefeld |
| 1980 | Otto Lehrich/ Anne Wösthoff | 1998 | Andreas Hoppe/ Stefanie Schwingel |
| 1981 | Otto Lehrich(Kaiser)/Mechtild Nottenaum | 1999 | Mathias Müller/ Anika Groschke |
| 1982 | Michael König/ Sabine Ulbrich | 2000 | Norbert Hoppe/ Siegrid Frerig-Liekhues |
| 1983 | Wolfgang Bönisch/ Sabine Ulbrich | 2001 | Christian Tigges/ Katharina Haufschild |
| 1984 | Norbert Rose/ Regine Ottofrickenstein | 2002 | Christian Heisler/Regine Ottofrickenstein |
| 1985 | Carsten Ulbrich/ Astrid Ulbrich | 2003 | Simon Seliger/ Vanessa Stickl |
| 1986 | Martin Fiehe/ Martina Rose | 2004 | Sebastian Fissahn / Sarah Goldberg |
| 1987 | Martin Fiehe (Kaiser)/ Ute Galley | 2005 | Daniel Bücker / Christine Kottlarz |
| 1988 | Manfred Borrmann/ Silvia Kamazien | 2006 | Daniel Tigges / Nicole Beermann |
| 1989 | Burkhard Reick/ Karin Hahne | 2007 | Daniel Wissing / Sabrina Tipkemper |
| 1990 | Ralf Senger/ Alexandra Flore | 2008 |
Christoph Stengel / Lina Am Ende |
| 1991 | Oliver Zumbült/ Anne Kersting | 2009 |
Matthias Friebe / Katharina Koppenstein |
| 2010 |
Johannes Schwingel/ Tina Lang |
2011 |
Georg Rettig / Maike Haase |
Chronik
der St. Mauritius Jungschützen Enniger
1974 - 1999
Junge Leute hatten schon immer
versucht, als Jungschützen in der Schützenbruderschaft Enniger 1929 e.V.
eine eigene Gruppe innerhalb des Vereins zu gründen. Diese Bemühungen
waren jedoch seit 1951 immer wieder am Widerstand der Generalversammlung
gescheitert.
Seit längerem hatte sich die Schützenbruderschaft Anfang der 70 er Jahre
um Nachwuchs bemüht und so trafen sich am 14. Juli 1974 im Kolpinghaus
(Kersting) junge Männer zwischen 15 und 18 Jahren um mit den
Verantwortlichen der Schützenbruderschaft über die Gründung einer
Jungschützenkompanie zu diskutieren. Die Mitglieder des Vorstandes
Wilhelm Hartmann, Dr. Franz Schlüchtermann, Rudolf Fissahn und Rudolf
Balaban sowie von der Ehrengarde Ferdi Lillteicher und Paul Pospiech
informierten die Jugendlichen intensiv über das Schützenwesen und die
Schützenbruderschaft. Es war eine überzeugende Darstellung, denn an
diesem Tag gelang die Gründung einer Jungschützenkompanie. Die 11 Gründungsmitglieder
wählten Thomas Meister zu ihrem ersten Sprecher. Schnell wurde auch der
Name gefunden:
“Jungschützenkompanie Enniger 1974”
stand auf einer Anstecknadel ,die jeder Jungschütze zu tragen hatte.
Weitere 10 Mitglieder traten der
Kompanie bis zur Schützenversammlung
am 3. August 1974 bei.
Als Jahresbeitrag wurden 5,- DM festgelegt.
Die Jungschützenkompanie Enniger 1974 nahm mit 21 Mitgliedern am Schützenfest
vom 31.8. bis 1.9.1974 zum erstenmal als eigenständige Gruppe teil. Zu
den Gründungsmitgliedern der Jungschützenkompanie gehörten:
Thomas Meister Georg Riesner
Norbert Watermann
Alex Bundi
Wolfgang Baxpöhler
Gottfried Bundi
Klaus Schlüchtermann
Rüdiger Mehren
Dieter Lohmann
Herbert Kokenkemper
Günter Stuckmann Peter Schwingel
Bernhard Reckmann Franz-Josef
Pospiech
Bernd Steinkamp Uwe Timm
Peter Westkämper Robert Rautenstrauch
Hubert Wösthoff
Rainer Kapitzki
Ludger Schlüter
In Vorbereitung auf das Schützenfest übten die Jungschützen zusammen mit der Ehrengarde Marschschritt, Wendungen und Ausrichtung. Der Vorstand hatte den Jungschützen ein eigenes Königsschießen zugebilligt. Deshalb wurde ein Probeschießen durchgeführt, um auch ungeübten Mitgliedern den Umgang mit dem Luftgewehr zu ermöglichen. Der Kolping billigte die Benutzung des Schießstandes bei Kersting und deshalb wurde der Stand bei Heinrich Wösthoff von den Jungschützen aufgearbeitet und in der Durchfahrt von Thiemanns Scheune aufgebaut.
Die Würde des ersten Jungschützenkönigs errang am Samstagnachmittag des Schützenfestes Peter Westkämper, der im Luftgewehrschießen nicht zu schlagen war.
Am Sonntagmorgen traten die Jungschützen dann zum erstenmal in ihrer einheitlichen Uniform
(schwarze Socken und Schuhe,
schwarze Hose, grünes Hemd und weiße Krawatte) im Festzug an. Als Fahne
war den Jungschützen die Notfahne
der Schützenbruderschaft aus dem Jahr 1951 zugeteilt worden. Sie hatte
damit nach Anschaffung der neuen Schützenfahne 1954 einen neuen Zweck
erhalten. Sie ist eine dreigeteilte grün- weiße Stofffahne mit der
Inschrift “Schützenverein Enniger 1929” im mittleren weißen Feld.
Die ersten Fahnenträger der Jungschützen waren Norbert Watermann, Peter
Westkämper und Dieter Lohmann, Ersatzmann war Wolfgang Baxpöhler. Sie
marschierten an der Spitze der Jungschützenkompanie.
Nach dem Frühschoppen marschierten die Jungschützen zu Norbert Watermann,
um sich dort im Garten auf den Nachmittag vorzubereiten. In den folgenden
Jahren fand diese “Mittagsruhe” auch im Partyraum unter dem Dach
statt; manchmal haben in den folgenden Jahren einige Jungschützen diese
Vorbereitung nicht überstanden und traten nachmittags nicht mehr zum
Festzug an.
Der erste König der Jungschützen, Peter Westkämper, erhielt im Verlauf der Krönung am Sonntagnachmittag einen von Klaus Manefeld gestifteten Königspokal und trug als äußeres Zeichen eine Königskette. Für diese Kette hat der amtierende König im Verlauf des folgenden Jahres eine Königsplakette mit seinem Namen zu besorgen. Die Jungschützenkompanie hinterließ im Verlauf des Schützenfestes einen tadellosen Eindruck.
Seit 1974 werden die Sprecher der Jungschützen zu den Vorstandssitzungen der Schützenbruderschaft eingeladen, um dort ihre Meinung zu vertreten oder Wünsche und Anregungen vorzutragen. Im Laufe der Jahre sind sie zu einem festen und wichtigen Bestandteil der Schützenbruderschaft geworden und haben die Entwicklung des Vereins mitgeprägt. Ebenfalls eingeladen wird der Sprecher der Jungschützen zu den Versammlungen der Ehrengarde. Man wünschte sich seitens des Vorstandes der Schützenbruderschaft eine Zusammenarbeit zwischen Ehrengarde und Jungschützen.
Von Anfang an haben sich die Jungschützen an der Gestaltung des damaligen Winterkränzchens aktiv beteiligt. Erster Aktiver war Peter Westkämper, der am 25. Januar 1975 als Bundeswehrsoldat in der Bütt stand.
Im Jahr 1976 errang Hubert Wösthoff
die Würde des Jungschützenkönigs; erstmals wurde auch eine Jungschützenkönigin erwählt.Im folgenden Jahr konnte er
sogar die Würde eines Jungschützenkaisers erringen.
Zu seiner Kaiserin wählte er sich Irmgard Edelmeyer.
Die Jungschützen entwickelten im Laufe der Jahre vielfältige Aktivitäten und bereicherten so das Vereinsleben. Neben gruppeninternen Veranstaltungen wie Fahrradrally, Besichtigungen, Spielabende, etc war das am 24. Oktober 1976 zum erstenmal durchgeführte Fußballpokalturnier ein Höhepunkt im Jahresprogramm. Neben gutem Fußballsport mit befreundeten Mannschaften anderer Vereine des Dorfes und der Nachbarorte fand das Einlagespiel besondere Beachtung. Oft mußten sich “harte” Männermannschaften aus Vorstand, Festausschuß oder Offiziercorps den weiblichen Gegnerinnen aus den Reihen der 1975 gegründeten Schützenmädchen geschlagen geben. Nach Auflösung der Gruppe der Schützenmädchen 1976 spielte man dann gegen Damenmannschaften aus den Reihen des Vorstandes und/oder Offiziercorps und später gegen eine Mannschaft des Schützenballets “Grün-Weis” bzw. der 1983 gegründeten weiblichen Ehrengarde. Dieses Turnier fand in den folgenden Jahren insgesamt 19 mal statt und war ein fester Bestandteil im Jahresprogramm. Abschluß des Turniers war immer ein großes Fest mit Pokalverleihung. In den ersten Jahren feierte man auf dem Hof Avermiddig, später in einem Zelt auf dem Sportplatz. Nach dem letzten Turnier 1994 wurde diese Veranstaltung aus organisatorischen Gründen nicht mehr ausgetragen.
Im Verlauf der folgenden Jahre entwickelten die Jungschützen auch bis heute innerhalb ihrer Formation vielfältige Aktivitäten. Schon traditionell sind die Fahrten zu denen fast in jedem Jahr eingeladen wird. In den 80 er Jahren fuhr man z.B. nach Uelzen, Arolsen (1987), Soest, Schloß Dankern, ins Sauerland, usw.; in den vergangenen Jahren waren Bremen (1997) und Düsseldorf (1998) das Ziel. Während dieser Fahrten kam es manchmal zu denkwürdigen Ereignissen: so ist bis heute nicht geklärt, wie Werner Hartmann (der “dienstälteste” Jungschütze ) ohne Schlüssel und ohne irgenwelche Spuren zu hinterlassen in ein verschlossenes Ferienhaus gelangte, um endlich in Ruhe zu schlafen? Bei den Fahrten steht die Geselligkeit und das 17 + 4 Spiel im Vordergrund. Gesellig geht es auch bei weiteren Veranstaltungen wie dem alljährlichen Nikolausknobeln, der Maitour oder beim Gocart fahren zu. Ihren Hunger stillten die Jungschützen im September 1998 bei einem germanischen Essen.
Neben den eigenen Veranstaltungen waren die Jungschützen selbstverständlich zu den Veranstaltungen der Schützenbruderschaft wie Preisschießen, Kegeln, u.ä. eingeladen und besuchten als Formation bei Jubiläen die Schützenvereine in den Nachbarorten.
Ab 1979 fand die “Mittagsruhe” der Jungschützen in der Gaststätte ”Treffpunkt”, oder besser “Bei Manni” statt. Dort wurde dann über Jahre während des Schützenfestes das heimliche Hauptquartier der Jungschützen aufgeschlagen. Diese schöne Tradition endete erst mit dem Tod von “Manni” Stoltenhoff im Oktober 1992. Die Beziehung zwischen den Jungschützen und ihm war so eng, daß man mit einer großen Abordnung und der Standarte zu seiner Beerdigung in seinen Heimatort Wetter-Volmarstein fuhr. Im Jahre 1980 schafften die Jungschützen eine neue Uniform an. Die bisherigen grünen Hemden mit den spitzen Kragenecken waren aus der Mode gekommen und konnten nicht mehr beschafft werden. Auch die weißen Krawatten wurden abgeschafft. Man entschloß sich zur Anschaffung von grünen Uniformhemden in Blousonform.
Zum 10 jährigen Bestehen im
Jahr 1984 wurde eine neue Königskette angeschafft. Da sich alle
bisherigen Könige bereiterklärten, eine Plakette für die neue Kette zu
stiften, konnte die alte Kette und der Königspokal ins Vereinsarchiv übergeben
werden.
Im Jahr 1985 konnte der SUS
Enniger sein 75-jähriges Bestehen feiern. Im Rahmen der Sportwoche wurde
ein “Spiel ohne Grenzen” für die Ennigeraner Vereine durchgeführt.
Neben der Ehrengarde stellt seit dem auch die Jungschützenkompanie eine
Mannschaft. Schon oft konnte diese Mannschaft den Siegerpokal erringen.
Einige dieser Siegerpokale durften die Jungschützen bereits nach
dreimaligem Sieg behalten.
Mit der Verlegung aus dem Saal
des Lindenhofes in ein Zelt auf den Volksbankparkplatz im Jahr 1986 wurde
das Schützenfest auch auf Wunsch der Jungschützen um eine Zeltdisco am
Freitagabend erweitert. Mit dieser Disco wollte man speziell das
jugendliche Publikum ansprechen und so auf die Veränderung im
Musikgeschmack der Jugendlichen reagieren. Es war selbstverständlich,
dass in der Organisation und Durchführung dieser Jugendveranstaltung die
Jungschützen zusammen mit der Ehrengarde eine neue Aufgabe erhielten.. Am
29. August 1986 fand die erste Zeltdisco mit der Gruppe “The Skydogs”
statt. Es wurde mit mehreren hundert jugendlichen Besuchern ein sehr guter
Erfolg. Auch in den folgenden Jahren konnte die Zeltdisco einen hohen
Stellenwert im Festprogramm des Schützenfestes einnehmen man denke nur an die
Veranstaltungen mit den Gruppen Royal Flash oder L.A.Crits!).
Am Samstagmorgen nach der
Discoveranstaltung war ebenfalls die Hilfe der Jungschützen gefragt: das
Zelt musste von einer Diskothek in ein Schützenzelt umgerüstet werden.
Um ihre Kasse zu füllen,
nutzten die Jungschützen seit 1987 ein Angebot des Vereinswirtes Josef Spitthöver und organisierten am Wochenende vor Enniger Markt eine
Zeltdisco. Die Arbeit und Mühe stand jedoch nach einigen Jahren nicht
mehr in Relation zum Gewinn, so dass man diese Aktivität nach einigen
Jahren einstellte.
Auf Anregung der Ehrengarde
waren die Jungschützen im November 1987 zu einem Wettkampf beim alljährlichen
Preiskegeln eingeladen. Das Kegelkomitee wollte damit die Attraktivität
des Preiskegelns steigern. Leider verloren in diesem Jahr die Jungschützen
diesen Wettstreit. In den folgenden Jahren konnten sie den Siegerpokal
jedoch bei dem auf einen Dreikampf zwischen Ehrengarde, weibl. Ehrengarde
und Jungschützen ausgedehnten Kegelwettstreit mehrfach gewinnen.
“Grimms Märchen” war der
Programmpunkt der Jungschützen auf dem Winterkränzchen im Januar 1988.
Als Schneewittchen und die 7
Zwerge erhielten die Jungschützen viel Beifall. Besonders groß war die
Freude von Schneewittchen (Ulli Werka), als sie vom Prinzen Ralf (Ralle)
Senger wachgeküßt wurde.
Die Kostüme wurden bei Ulli Werka in der Küche hergestellt und waren mit Werbesprüchen
verschiedener Enniger Firmen mit Phosphorfarbe bemalt. Die
“Werbeeinnahmen” aus dieser Aktion flossen auf das Fahnenkonto.
In den vergangenen Jahren
hatte der Kugelfang auf der Pölinger Heide Rost angesetzt und es waren
auch einige Schäden aufgetreten. Im Sommer 1988 wurde er gründlich
renoviert. Unter Anleitung von Heinz-Udo (Heinemann) Reick halfen die
Jungschützen beim Entrosten. Nach Ausbesserung der Schäden wurde er mit
Rostschutzfarbe vorbehandelt und neu lackiert.
Ideenreich waren die Jungschützen,
wenn es um ihre Kasse ging. So kaufte man sich im Sommer 1988 ein Ferkel,
mästete es bei Ulli Werka im Stall und verkaufte es als Spanschwein .
Modisch zeigten sich die
Jungschützen zum Winterkränzchen im Januar 1989. Vom Urzeitmenschen bis zum utopischen Zukunftsvisionär
stellten sie Kleidung und modische Accessoires vor.
Schon seit längerem erhofften
sich die Jungschützen eine eigene Fahne oder Standarte. Durch viele
Veranstaltungen, Sammlungen und Aktivitäten sammelten sie das notwendige
Kapital (siehe oben). Im Herbst 1988 konnte eine neue Standarte bei der
Fahnenstickerei der Benediktinerinnen im Kloster Varensell bestellt
werden. Dort wurde der Entwurf erarbeitet und die Standarte gestickt. Sie
trägt auf der einen Seite das
Schützenemblem mit zwei gekreuzten Gewehren hinter einer Zielscheibe auf
goldenem Grund und die darüber gestickte Inschrift: “1974 - Jungschützen
- 1989” und am unteren
Rand den Vereinsnamen “Schützenbruderschaft
Enniger”. Auf der anderen Seite ist auf grünem Grund eine
Darstellung des heiligen Mauritius mit der Inschrift:”St.
Mauritius Jungschützen Enniger” aufgestickt.
Am Schützenfestsonntag, 27.
August 1989 wurde die Standarte im Verlauf der Schützenmesse in der
Pfarrkirche St. Mauritius geweiht. In der Standartenweihe wies Pfarrer
Hubert Hambrügge auf die wegweisende Bedeutung von Fahnen und Standarten
hin. Er wünschte der Jungschützenkompanie ebenfalls eine wegweisende
Bedeutung innerhalb der Schützenbruderschaft. Zum erstenmal begleitete
die Blaskapelle des Musikvereins Vorhelm die Messe musikalisch. Während
der Messfeier und Standartenweihe wurde die Standarte von Wolfgang Bönisch,
Thomas Heuser und Rene Vanefeld getragen, später wurde sie an die
Standartenträger Ralf Senger, Torsten Tovar und Ulli Heisler übergeben.
Seit dieser Zeit hat die Kompanie in Anlehnung an den Namenspatron der
Heimatpfarre den Namen “St. Mauritius Jungschützen Enniger”. Seither
hat die Standarte eine wechselvolle Zeit erlebt. Sie wird bei den
Prozessionen der Kirchengemeinde mitgeführt und zu Jubiläen in Nachbarorte mitgenommen. Dabei ist sie dort
schon mal vergessen worden und kam erst nach Zahlung einer erheblichen
Biersumme wieder in den Fahnenschrank bei Spitthöver zurück.
Beim Winterkr��nzchen im Januar
1990 zeigten die Jungschützen eine “Misterwahl”. Die Kandidaten
fielen leider aus vielerlei Gründen aus und so wurde der muskelbepackte
Carsten Ulbrich “Mister Winterkränzchen”!
Im Sommer 1991 richteten die
Jungschützen erstmals eine Autoorientierungsfahrt aus. Neben
Ortskenntnis, Geschicklichkeit musste man auch einen Fragenkatalog
beantworten. Besonders Andree Fricke und “Ralle” Senger hatten sich -
besonders aber das Auto- gut vorbereitet.
Diese intensive Vorbereitung wurde jedoch nur mit dem letzten Platz
belohnt. 1993 wurde diese Autorally nochmals wiederholt.
Das Winterkränzchen 1991 fiel
wegen des Golfkrieges aus, die Jungschützen stellten jedoch auf einer
Fete bei Bernd Ottofrickenstein ihre geplante Nummer der Öffentlichkeit
vor. Hugo Egon Balder stellte dabei mit seiner Show “Tutti Frutti” das
Vorbild für das “Chin Chin-Ballett”.
Am 25. Januar 1992 konnten die
Jungschützen mit der “Rudi Carell Show” das Publikum im Saal des
Lindenhofes unterhalten. “Laß dich überraschen!” war das Motto und
die Überraschungen begeisterten das Publikum.
Zum Schützenfest vom 28. - 30.
August 1992 wurde die Königskette der Jungschützen gründlich
restauriert. Sie war in den vergangenen Jahren recht schwer geworden und
hatte einige Schäden an den Bändern und Kettengliedern. Auch wurde ein
neues Zentralstück eingesetzt.
In den vergangenen Jahren hatte
man sich immer wieder Gedanken über eine ansprechende Uniform gemacht.
Nach längerem Überlegen wurde eine neue Uniform angeschafft und die
Kleiderordnung neu festgelegt: Schwarze Socken und Schuhe, schwarze Hose,
weißes Hemd und eine schützengrüne Weste mit dem Emblem der Jungschützen
auf der linken Brustseite. Die Westen wurden von Nicole Käber-Künne
genäht. Mit dieser neuen Uniform stellten sich die Jungschützen auf dem
Schützenfest vor und bekamen viel Anerkennung.
Aufwendig war die Kulisse, die
Effekte und die Technik auf dem Winterkränzchen 1993.Aufgeführt wurde
ein modernes Märchen, welches die Jungschützen aus Rotkäppchen,
Rumpelstilzchen und Hänsel und Gretel erarbeiteten hatten.
Nach der Verlegung des
Festzeltes auf die Marktwiese im Jahr 1993 sind die Jungschützen für die
Sicherung des Zeltes und der Marktwiese mit einem Bauzaun verantwortlich.
Mitglieder der Jungschützen gehören auch zum Team des DJ “Die Unschuld
vom Lande”, welches seit 1993 für Discomusik sorgt. Beeindruckend ist
dabei der technische Aufwand bei der Musik- und Lichtanlage. Dominik Fissahn, Oliver Zumbült, Wolfgang Bönisch, Ulli Meise, Thomas Meinberger
und später Andre Fricke und Mathias Müller sorgten immer für den
notwendigen Sound und für Laser-, Nebel- und Lichteffekte.
Nachdem das Schützenfest 1993
von der Pölinger Heide in den Ort auf die Marktwiese verlegt worden ist,
wird der Schießstand der Jungschützen bei Dieter Haase an der Marktstraße
aufgebaut. Erster König wurde dort Harry
Jury.
Schon seit längerem war der
Saal des Lindenhofes für das Winterkränzchen zu klein geworden. Die
Eintrittskarten waren knapp und am Abend vor dem Verkaufsbeginn schlugen
die Jungschützen ein Lager vor der Lottoannahmestelle auf. Die Schützenbruderschaft
entschied sich nach vielen Gesprächen mit dem SUS Enniger und der
Stadtverwaltung Ennigerloh für eine Verlegung des Festes in die
Sporthalle an der Marienschule. Die erste “Schützengala” wurde am 29.
Januar 1994 nach umfangreichen Vorbereitungen in der Sporthalle gefeiert.
Besonders anstrengend verlief der Aufbau der Technik.. Hier bewährte sich
das Team der Schützendisco vom vergangenen Jahr. Auch das Programm
begeisterte das Publikum in der restlos ausverkauften Halle. Mit dem
Programmpunkt “Musik im Wandel der Zeit “ spannten die Jungschützen
einen musikalischen Bogen vom Altertum bis in die Neuzeit und trugen so
zum Gelingen der Schützengala bei.
Bis heute konnten die Jungschützen
mit ihren Programmen Glanzpunkte bei jeder Schützengala setzen,
sei es 1995 mit dem Programm “Dingsda”, 1996 mit “Herzblatt”, 1997
“Die Bildzeitung” 1998 mit der Show “Nur die Liebe zählt!” und
1999 mit der “Mini Playback-Show”. Diese Auftritte der Jungschützen
ließen die Sporthalle vor Begeisterung rasen. Ralf Senger, Peter
Kersting, Andreas Hoppe, Jörg Tovar, Christian Westermann, Christian und
Uli Heisler, Andreas Senger, und viele weitere
Akteure gestalteten jedesmal einen Höhepunkt im Festprogramm.
Inhalte der Programme sind stets Geschehnisse aus dem Ennigeraner
Dorfleben oder Persiflagen auf Ennigeraner Persönlichkeiten wie Carl Herbort, Rudolf Fissahn, Marianne und Heinz Bäumker, Helmut Berste oder
“Omma 4he”.Neben den witzigen und pointenreichen Wortbeiträgen glänzen
die Jungschützen auch durch ein aufwendiges Bühnenbild und trickreiche
Technik.
Zum 20-jährigen Bestehen der
Jungschützenkompanie 1994 war bereits am Morgen während des Frühschoppens
die Stimmung ausgezeichnet. Nachmittags konnte Ralf Senger dann während
der Krönung Abordnungen der Jungschützen aus Tönnishäuschen, Vorhelm
und Ahlen begrüßen. Er stellte die Entwicklung der Jungschützenkompanie
im folgenden Gedicht dar:
Als im Jahre ´74,
die Debatten damals waren sehr hitzig,
die neue Jungschützenkompanie entstand
da war ein Feuer neu entflammt.
“Jungschützen” sollte jetzt das Schlagwort sein
und Viele gingen in den neuen Verein.
19 Mitglieder werden beim ersten Treffen gezählt,
ein Vorsitzender war schnell gewählt:
Thomas Meister sollte der Anführer sein.
20 Jahre ist das jetzt her.
Mittlerweile sind wir ein paar Mitglieder mehr.
Und weil wir 20-jähriges Jubiläum haben
werden natürlich auch Gäste eingeladen.
Weil Ihr so zahlreich erschienen seid
möchten wir Euch aus Dankbarkeit
ein Fahnenband überreichen
dies gilt für uns als Freundschaftszeichen.
Im dem folgenden Jahren bis
heute konnten die Jungschützen weiter durch ihre Aktivitäten und
Aktionen im Vereinsleben der Schützenbruderschaft überzeugen.
Am Juni 1999 verstarb Dieter Lohmann. Er war
Gründungsmitglied der Jungschützen und erster Fahnenoffizier. Wir werden
ihm ein ehrendes Andenken erhalten.
Die St. Mauritius Jungschützen Enniger haben heute 35 Mitglieder. Das Eintrittsalter ist
16 Jahre, spätestens
nach Ableisten des Wehr- oder Ersatzdienstes sollte man die Jungschützenkompanie
verlassen. Sie werden von folgendem Vorstand geführt:
Präsident:
Norbert Hoppe, Hoest 7, 59320 Ennigerloh
Vizepräsident: Raphael Arens, Raiffeisenring 23, 59320 Ennigerloh-Enniger
1. Kassierer:
Christian Heisler
2. Kassierer: Jens
Viefhues
1. Schriftführer: Sebastian Fissahn
2.Schriftführer: Christian Westermann
Fahnenwart: Michael
Posorski
Das Schützenfest als
Hauptaktivität verläuft für die St. Mauritius Jungschützen heute
folgendermaßen:
Man beginnt am Samstag vor dem
Schützenfest mit einem Probeschießen in der Halle bei Willi Fissahn.
Für die Neulinge besteht so die
Möglichkeit, das Vogelschießen mit dem Luftgewehr zu üben.
Am Montagabend steht auch für
die Jungschützen Marschieren auf dem Plan: zusammen mit der Ehrengarde übt
man den Marschschritt auf dem Schulhof.
Am Donnerstag beginnt die heiße
Phase der Vorbereitungen: die Absicherung des Zeltes sowie der Aufbau der
Musik- und Lichtanlage für die Disco am Freitag. Während der Zeltdisco
übernehmen die Jungschützen zusammen mit der Ehrengarde den Kassendienst
am Eingang.
Am Samstagmorgen muss aus dem
Discozelt wieder ein Schützenzelt werden. Der Sicherungszaun wird
abgebaut und das Zelt wird geschmückt. Auch der Schießstand für das Königsschießen
wird bei Dieter Haase aufgebaut, so dass nachmittags dort der neue Jungschützenkönig
ermittelt werden kann. Zu Beginn des Frühschoppens am
Sonntagvormittag helfen die Jungschützen selbstverständlich mit, den
ersten Ansturm auf Freibier und Töttchen zu bewältigen.
Nach dem Frühschoppen trifft
man sich dann während der Mittagspause zu einem strengen Kleiderappell.
Hier kommt es manchmal zu
bewegenden Szenen, wenn einige Jungschützen ihre Fehler in der
Kleiderordnung zu vertuschen suchen. Im Verlauf der Krönung am Sonntagnachmittag erhält dann auch der Jungschützenkönig
die Königskette und marschiert im Festzug im Gefolge des Schützenkönigs
mit. Abends beteiligen sich auch die
Jungschützen an der Polonaise. Als einzige Gruppe überreichen sie vorher
ihren Damen einen Blumenstrauß.
Am Montagnachmittag nach dem Schützenfest
treffen sich die Jungschützen, um die Marktwiese aufzuräumen und zu säubern.
Danach marschiert man zusammen mit der Ehrengarde zu Spitthöver, um dort
nach einem Abendessen das Schützenfest ausklingen zu lassen. Diese Feier
kann bis in den frühen Dienstagmorgen andauern.
In der langen, oft schwierigen
und wechselvollen Geschichte der Jungschützenkompanie konnten diese
jedoch immer wieder mit ihren Aktivitäten und ihrem Auftreten die
Geschichte der Schützenbruderschaft mitbestimmen und Akzente setzen. Auch
sind sie für eine aktive Jugendarbeit für das Schützenwesen unerlässlich.
Sie wussten immer wieder im aktiven Vereinsleben zu überzeugen und
sind heute als fester und wichtiger Bestandteil vollständig in die Schützenbruderschaft Enniger 1929 e.V. integriert.