Abteilungen
Ehrengarde
Die Ehrengarde ist die mitgliedstärkste Formation innerhalb
der Schützenbruderschaft.
Sie umfasst die "Männliche Ehrengarde",die "Weibliche Ehrengarde und
die "Kanoniere".
Männliche Ehrengarde
Die Ehrengarde unserer Bruderschaft stellt sich den verschiedensten
Aufgaben.
Hier sind nur auszugsweise genannt: Die Durchführung der Kinderbelustigung
am Schützenfestsamstag, das Spalier-Stehen am Kriegerdenkmal während
der Kranzniederlegung Schützenfestsonntag u.v.m.
| Gründungsjahr: |
1952 |
| Anzahl der Mitglieder: |
57 |
| Sprecher: |
Simon Kottlarz |
| Amtierender König: | Michael Bruland |

Weibliche Ehrengarde
Die weibliche Ehrengarde hat sich 1990 der männlichen Ehrengarde
angeschlossen.
Die weibliche Ehrengarde hat mit der männlichen Ehrengarde einen
gemeinsamen Ehrengardenvogel, bei dem es - im Gegensatz zu dem "Grossen
Vogel" - auch den Frauen möglich ist ihre Schiesskünste
unter Beweis zu stellen.
| Gründungsjahr: | 1983 |
| Anzahl der Mitglieder:
|
40 |
| Sprecherinnen: | Friederike Fissahn Michaela Schlüchtermann |
Kanoniere
Eine von Bernhard Krampe selbst gebaute Kanone sollte laut Schützenversammlung regelmäßig am Festumzug derSchützenbruderschaft teilnehmen.
Er wandte sich an Wolfgang
Bönisch, der im Jahre 1990 mit Rene Vanefeld und
Manfred Borrmann 2 weitere Kanoniere suchte.
Bereits nach kurzer Zeit haben Rene und Manfred die
Kanoniere verlassen und heute bestehen die "Kanoniere" aus
vier Mitgliedern.
| Gründungsjahr: | 1990 |
| Anzahl der Mitglieder: | 4 + unzählbare Hilfskanoniere |
| Sprecher: | jedes Mitglied |
| Kontakt: | Kanoniere@schuetzen-enniger.de |

Chronik der Ehrengarde der Schützenbruderschaft
Enniger 1929 e.V.
zum 50-jährigen Bestehen 2002
1952 - 2002
In der Chronik des Schützenvereins Enniger wird eine Ehrengarde erstmalig
erwähnt als glanzvoller Bestandteil
des ersten Schützenfestes vom 24.August 1930. Acht junge Männer und
acht junge Frauen nahmen in besonderer Uniform bzw. festlichen Kleidern
als Ehrengardisten und Ehrendamen als besondere Gruppe am Fest teil.
Die Aufstellung dieser Ehrengarde wurde damals im Auftrag des damaligen
Vereinsvorsitzenden Karl Reinartz
von Albert Rövekamp organisiert. Er sprach einige junge Männer und
Frauen an. Die Uniformen der Ehrengardisten wurden nur zu diesem Anlass
beim Kostümverleiher Schwienhorst in Ahlen besorgt.
Die Kosten wurden vom Verein getragen.
Nach den Überlieferungen der noch lebenden Mitglieder dieser Ehrengarde
und Ehrendamen hat diese
Gruppe jedoch nur aufgrund des Gründungsfestes des neuen Vereins
am
Schützenfesttag bestanden. Es hat sich also wahrscheinlich nur um
einen einmaligen Auftritt einer
Ehrengarde gehandelt; denn in den folgenden Jahren findet man in
den Aufzeichnungen keine weitere
Erwähnung einer Ehrengarde o.ä. Allerdings ist ein großer Teil der
Vereinsunterlagen in den Wirren kurz vor dem Ende des Zweiten Weltkrieges
beim Einmarsch der Amerikaner nach Enniger verloren gegangen, so dass man
dies nur vermuten kann.
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Schützenverein Enniger
1929, der sich
seit 1937 auch Schützenkameradschaft nannte, am 22.Juli 1951 wiedergegründet.
Auf der Generalversammlung vom 27. Juli 1952 im Saal Kersting gab
man dem Verein dann nach der Satzung den Namen:
"Schützenbruderschaft Enniger 1929"
Von der gleichen Versammlung wurde der Vorschlag zur Aufstellung
einer
Ehrengarde zur Diskussion gestellt, da man ja bereits vor dem Kriege
eine solche Gruppe gehabt habe.
Daraufhin wurde vom Vorstand der Schützenbruder Heinz Wittmund mit
der Aufstellung einer Ehrengarde
beauftragt. Er solle dem Vorstand die Namen der Ehrengardisten bis
zur nächsten Generalversammlung mitteilen.
Dies war die Geburtsstunde der heutigen Ehrengarde. Sie war
jedoch nicht ohne Geburtswehen möglich,
denn man musste sich noch gegen den Gründungsversuch einer Jungschützenkompanie
durchsetzen.
Dies geschah auf der Generalversammlung am 5.Oktober 1952 beim Festwirt Brester-Münstermann.
Die Versammlung beschloß endgültig die Aufstellung einer Ehrengarde
und beauftragte die Schützenbrüder
Herrmann Stuckemeier und Ewald Stövesand mit der Aufstellung, Ausbildung
und Berichterstattung bis zur nächsten Generalversammlung.
Diese fand statt am 25. Mai 1953 beim Festwirt Georg Nölle. Auf dieser
Mitgliederversammlung wurden
die Statuten der Schützenbruderschaft Enniger 1929 e. V. endgültig
genehmigt und die Eintragung
ins Vereinsregister beim Amtsgericht Ahlen beschlossen. Ebenfalls
wurde den anwesenden Schützenbrüdern nach vielen Vorgesprächen und
vorbereitenden Zusammenkünften vom Schützenbruder Ewald Stövesand die Namensliste
der Ehrengarde vorgelegt.Sie enthielt die folgenden Namen:
1. Herrmann Stuckemeier als Ausbilder und
erster Führer
2. Walter Schlüter, Pöling 24
3. Norbert Stutenkemper, Bahnhofstraße 82
4. Herbert Dallmeier, Pöling 7
5. Ferdinand Lillteicher, Dorf 50
6. Paul Wessel, Dorfbauerschaft
7. Heinz Fleuter, Dorfbauerschaft 2
8. Alois Fleuter, Dorfbauerschaft 36
9. Theodor Linnemann, Dorfbauerschaft 64
10. Bernhard Avermiddig, Balhorn 8
11. Paul Pospiech, Dorf 10
12. Alfred Heuckmann, Dorf 93
13. Heinz Wittmund, Dorf 31
Für die Ehrengarde wurden Holzgewehre angeschafft. Das Holz für die
Gewehre stiftete Josef Bockey,
die Herstellung übernahmen Heinrich Steinkamp und Walter Schräder.
Als Vorlage nahmen sie eine 6 mm Flinte von Wilhelm Kottenstedde.
Die Gewehre wurden aus einem Stück gefertigt, Bügel und Schulterplatte
wurden aus Resten von Messingtürschienen hergestellt, Korn und Abzug aus
abgesägten
Nägeln und die Kimme aus Schubriegeleinschlaghacken angefertigt.
Die Lackierung des schwarzen Laufs
übernahm Fritz Brandkamp. Da die Schützenbruderschaft nur über sehr
beschränkte finanzielle Mittel verfügte, organisierte Ewald Stövesand,
der zur damaligen Zeit Dorfpolizist von Enniger war, als Bezahlung bei
der
Kontrolle der Herstellungsarbeiten einige Flaschen schwarzgebrannten
Korn für die fleißigen Handwerker.
Man stellte insgesamt 17 Holzgewehre her, um noch einige in Reserve
zu haben. Die Gewehre waren Eigentum des Vereins und wurden von den Ehrengardisten
aufbewahrt. In die Schafftplatte der Gewehre wurden später
die Initialen der Ehrengardisten eingraviert. Die restlichen fünf
Gewehre wurden in der Gaststätte Austermann
aufbewahrt. Die Mitglieder der Ehrengarde mussten sich verpflichten,
zu den Festumzügen
an beiden Schützenfesttagen eine einheitliche Uniform zu tragen.
Diese bestand aus weißer Hose mit schwarzem Gürtel, weißem Hemd mit schwarzem
Binder, schwarzen Schuhen und Schützenhut. Bei schlechtem Wetter sollten
die Ehrengardisten eine dunkle Jacke tragen. Wegen der Kosten bei
der Anschaffung dieser Uniform wurden die Mitglieder der Ehrengarde für
das Jahr 1953 vom Beitrag freigestellt. Diese Verpflichtung, die Uniformen
an
beiden Schützenfesttagen zu tragen, bestand jedoch nur im Jahre 1953,
da sich schnell herausstellte, dass einige Ehrengardisten am Sonntagmorgen
bereits neue Oberhemden und Hosen bei Austermann kaufen mussten.
Ein Schützenfest war auch damals keine absolut trockne Angelegenheit.
Die Befreiung vom Beitrag galt bis zum Jahr 1974, ab dann mussten die neuen
Ehrengardisten im ersten Jahr den Versicherungsbeitrag von 5 DM zahlen.
Man vereinbarte auch, dass ein Ehrengardist nach seiner Heirat aus
der Ehrengarde auszuscheiden habe. Diese Vereinbarung wurde jedoch nie
ernsthaft eingehalten.
Ausbilder der Ehrengarde war Hermann Stuckemeier. Die jungen Ehrengardisten
wurden von ihm mit den alten preußischen Infantriegewehrgriffen vertraut
gemacht und erlernten in den folgenden Wochen bis zum Schützenfest Marsch-
und Paradeschritt. Man traf sich dazu im kleinen Saal beim Schützenbruder
Brester- Münstermann und übte auch auf der Hauptstraße. Ab 1954 übt die
Ehrengarde bis heute im Saal Austermann. Der erste Übungsabend
fand am Montagabend nach Enniger Markt statt.
Der Erfolg der Ausbildung wurde am Freitagabend vor dem Schützenfest
durch die Offiziere unter der Führung des Schützenoberst Dr. Franz Schlüchtermann
kontrollieren. Bei der Abnahme der Ehrengarde wurden die Gewehrgriffe
sowie Marsch- und Paradeschritt demonstriert, und so wurde die Arbeit
von Herrmann Stuckemeier mit den jungen Ehrengardisten unter Beweis gestellt.
In den folgenden Jahren mussten die neuen Mitglieder der Ehrengarde
Gewehrgriffe und Marschschritt zunächst am arbeitsfreien Montag im Friseursalon
von Herrmann Stuckemeier üben, bevor sie dann mit der übrigen
Ehrengarde an den Übungsabenden bei Austermann teilnehmen konnten.
Manch ein Bewerber um die
Mitgliedschaft in der Ehrengarde musste bei diesen Übungen bereits
im Stuckemeierschen Friseursalon einsehen,
dass Gewehrgriffe und Marschschritt sein Können doch überstiegen
und gab auf.
Zum Schützenfest 1953 am 22. und 23. August konnte der damals neugewählte
Schützenoberst Dr. Schlüchtermann zum erstenmal die Ehrengarde begrüßen.
Sie bot an beiden Tagen mit ihrem Führer ein ansprechendes Bild.
Herrmann Stuckemeier, dem der Rang eines Feldwebels verliehen wurde,
kommandierte, in schwarzer
Uniformjacke, Koppel, weißer Hose und mit Säbel und Schützenhut bekleidet,
zackig die neue Ehrengarde.
Die Ehrengarde erfüllte während des Schützenfestes verschiedene
Aufgaben:
sie stellte beim Gottesdienst am Sonntagmorgen die Meßdiener, präsentierte
beim Appell die Gewehre,
bildete bei der Gefallenenehrung Spalier, und besonders der Parademarsch
mit Stechschritt vor dem neuen
Königspaar Heinrich Tovar (Heinrich II.) und Maria Manefeld (Maria
V.) war eine Augenweide und brachte
der Ehrengarde bei ihrem ersten Auftritt Lob und Anerkennung ein.
Die letzte Aufgabe der Ehrengarde war der Verkauf der Fackeln und
Lampions zur abendlichen Polonaise mit
Feuerwerk. Außerdem half die Ehrengarde den Kassierern am Saaleingang,
wenn allzu aufdringliche
Zeitgenossen das Fest stören wollten. Innerhalb der Ehrengarde hatte
man
folgende Vereinbarung getroffen: nur der konnte zum Tanzvergnügen
ins Festzelt, wer eine Begleiterin mitbrachte.
So waren bereits vor dem Schützenfest hektische Bemühungen zu beobachten,
eine Partnerin zu finden.
Es soll sogar einen Ehrengardisten gegeben haben, der in voller Uniform
mit dem Motorrad nach Hoetmar
gefahren sein soll, um dort eine Begleiterin abzuholen. Bei Nichteinhaltung
dieser Absprache musste ein
Fass Bier bezahlt werden.
Am Montag nach dem Schützenfest trafen sich die Mitglieder der Ehrengarde,
um den Saal des Festwirtes aufzuräumen. Als Stärkung nach dem Aufräumen
gab es einen kleinen
Imbiss beim Metzger Liermann, der die Ehrengarde mit Bratwürsten
versorgte.
Einige Wochen nach dem Schützenfest feierte die Ehrengarde im Oktober
1953
bei Wieler ein internes Fest zum Abschluß des Schützenjahres. Dieses
Fest wurde auch in den folgenden
Jahren immer wieder gefeiert und hatte für einige meist erst am folgenden
Sonntagmittag sein feucht-fröhliches Ende.
Das Jahr 1954 begann für die Ehrengarde mit der Teilnahme am Winterkränzchen
der Schützenbruderschaft
im Januar. Im diesem Jahr feierte die Schützenbruderschaft Enniger
das 25 jährige Bestehen.
Das Jubelfest am 21. und 22. August hatte auch für die Ehrengarde
eine besondere Bedeutung.
Anlässlich des Jubiläums wurde für die Schützen eine neue Vereinsfahne
angeschafft. Diese Fahne wurde
während des Gottesdienstes am Sonntagmorgen von Pfarrer Kerkhoff
geweiht. Die bisherige Not-Ersatzfahne
wurde der Ehrengarde übergeben und von ihr im Festzug mitgeführt.
Die Fahne musste jedoch dem Fahnenschläger Theodor Schlüter zu seinem Fahnenschlag
jeweils überlassen werden.
Die ersten Fahnenträger der Ehrengarde waren Erich Hanskötter, Reinhard
Löffler und Walter Kerkhoff.
Diese drei trugen Schärpen als äußeres Zeichen. Wegen des schlechten
Wetters fielen der Festzug und
der Parademarsch der Ehrengarde im Jubiläumsjahr aus, die Ehrengarde
präsentierte lediglich zur Krönung von Karl König (Karl II.) und Anna Doth
(Änne II.) im Saal die Gewehre. Auch der Fackelzug mit Feuerwerk fielen
am Abend dem Regen zum Opfer. Trotzdem feierte man ein schönes Jubiläumsschützenfest.
Als Ersatz für den entgangenen Parademarsch und die Fackelpolonaise durch
den Regen wurde die Ehrengarde im folgenden Jahr am Sonntagmorgen des Schützenfestes
1955 von der Königin Änne Doth zum Frühstück eingeladen. Wahrend des Frühschoppens
des Schützenfestes 1956 wurde der Führer der Ehrengarde Herrmann Stuckemeier
für seine Verdienste um den Aufbau der Ehrengarde zum Oberfeldwebel befördert.
Die Beförderung ihres Führers und Ausbilders war ein besonderer Anreiz
für einen gelungenen Parademarsch.
Auch sonst nahm die Ehrengarde aktiv an den Veranstaltungen der Schützenbruderschaft
teil, so z.B an der Einweihung des erweiterten Kriegerehrenmals am 21.
November 1956. Im folgenden Jahr gewann die Ehrengarde viele Freunde,
und die Personalstärke stieg langsam auf 17 Ehrengardisten. In diesem
Jahr wurde die Ehrengarde vom Festwirt Austermann gebeten, ihm möglichst
vollzählig am Montag nach dem Schützenfest beim Aufräumen des
Festsaales zu helfen. Man sagte gern zu und beschloss, zum Aufräumen
erstmals in Uniform anzutreten. Bis jetzt hatte man sich immer in Zivil
getroffen.
Nachdem man nachmittags noch eine gelungene Krönungsfeier und den
Fahnenschlag vom Schützenbruder Theodor Schlüter miterlebt hatte, mussten
die abendliche Fackelpolonaise und das Feuerwerk des Schützenfestes leider
aus Witterungsgründen ausfallen. Das hielt die Ehrengarde jedoch nicht
davon ab, im Saal und in der Sektbar ausgiebig ein feuchtfröhliches Schützenfest
zu feiern. Es soll sogar einen Ehrengardisten von der Vorhelmer Straße
gegeben haben,
der nach ausgiebigem Feiern zu Hause angekommen, den Kleiderschrank
mit dem Fenster verwechselte und seine
Ehrengardenuniform dann morgens vor der Haustür wiederfand. Andere
konnten sich beim besten Willen nicht erklären,
wie dunkelgrüne Spinatflecken an das Hinterteil der weißen Hose geraten
konnten.
Am Montagnachmittag räumte man den Festsaal auf und traf sich dann
zum Imbissß bei Liermann.
Die damalige Königin Gertrud I. (Ormeloh) lud die Ehrengarde am Montag
zu sich ein und spendierte ein Fass Bier. Sie gehört lange schon zu den
stillen Gönnern und Förderern der Ehrengarde.
Danach marschierte man mit der Schützenfahne von Heuckmann, die man
zuvor vom Giebel des Hauses heruntergeholt hatte, durch das Dorf.
In den folgenden Jahren stieg das Interesse an der Ehrengarde im
Dorf stark an, und die Ehrengarde vergrößerte sich auf 24 Mann. Man warb
verstärkt jüngere Mitglieder, da bereits einige der Gründungsmitglieder
die Ehrengarde verlassen hatten. Mit dem Anstieg der Personalstärke wurde
es notwendig, neue Gewehre anzuschaffen, zumal bei einem ausgiebigen Frühschoppen
bereits zwei Gewehre verloren gegangen waren. Deshalb baute man 1958 in
der Möbelwerkstatt Manefeld 10 neue Gewehre, die von Werner Muckermann
und anderen Ehrengardisten unter Anleitung von Bernhard Kaiser hergestellt
wurden. Die Zugkraft der Ehrengarde, ihr schneidiges Auftreten und die
gute interne Kameradschaft sorgten dafür, dass sich bis zum Jahr 1962
die Personalstärke auf 27 Mann erhöhte. In diesem Jahr wollte man das 10-jährige
Bestehen der Ehrengarde feiern. Man war lange auf der Suche nach einer
neuen Idee anlässlich des bevorstehenden Jubiläums. An einem Sonntagmorgen
im Juli 1962 verabredeten sich Herrmann Stuckemeier und
Hans Lillteicher zu einer kleinen Radtour zum Schützenfest in Westkirchen.
Dort angekommen, schaute man sich den Festzug an und war hellauf begeistert
vom Auftreten des Fürstlichen Trompetercorps Rheda. Diese Musiker, die
damals frischgebackene Europameister der Trompetercorps waren, sind genau
das Richtige zum Jubiläum der Ehrengarde. Kurz entschlossen nahm man Kontakt
auf und hatte Glück: der Termin zum Schützenfest im August war noch frei.
Nach einer schnellen Rücksprache mit den Vereinsvorstand am Montag verpflichtete
man am Dienstag das Trompetercorps zum Schützenfest am 25. und 26. August
1962.
Allerdings hatte diese spontane Idee auch einen kleinen Haken: Nach
dem Motto:" Wer die Musik bestellt, muss sie auch bezahlen",
wurde die Ehrengarde verpflichtet, die Kosten für die Musiker zu übernehmen.
Sofort erklärte sich Hanns Lillteicher bereit, die Honorarforderung von
200 DM zu übernehmen, die Beköstigung übernahm der Festwirt Brester Münstermann.
Das folgende Schützenfest stand dann auch ganz im Zeichen der Ehrengarde.
Mit Theo Linnemann schoss ein Gründungsmitglied der Ehrengarde den
Schützenvogel ab. Als Theo II. regierte er nun ein Jahr lang das
Schützenvolk mit seiner Königin Hedwig I. (Heuckmann). Theo Linnemann
war der erste König der Schützenbruderschaft aus den Reihen der Ehrengarde.
Nach der Krönung durch den Schützengeneral
Dr. Schlüchtermann erlebten die zahlreichen Besucher und Zuschauer
an den Straßen dann zum erstenmal das
Fürstliche Trompetercorps Rheda unter der Leitung von H. Wohlbracht
im Festzug. Dessen Marschschritt war eine Augenweide und die Musik
ein wahrlich europameisterlicher Ohrenschmaus. Aber auch der Parademarsch
der Ehrengarde klappte hervorragend. Auch im folgenden Kaiserjahr 1963
( Kaiser Theodor Schlüter und Kaiserin Paula Schlüter) wurde das Trompetercorps
aus Rheda wieder eingeladen. Die Finanzierung der Musiker übernahmen
Hans Lillteicher und der scheidende König Theo Linnemann. Ab dann wurde
das Trompetercorps eine langjährige Dauereinrichtung im jährlichen Festablauf.
Die Finanzierung der Musiker änderte sich jedoch: die Schützenbruderschaft
übernahm die Bezahlung, und die Ehrengarde musste für die Beköstigung
sorgen. Dieses Verfahren ist für alle auch in späteren Jahren eingeladenen
Fanfarencorps gleich geblieben. Im Jahr 1963 begann auch eine Tradition,
die bis heute fortbesteht: nach einem Platzkonzert im Garten des Festwirtes
Georg Nölle lud der musikbegeisterte Nachbar Hubert Mense die Ehrengarde
und das Trompetercorps Rheda zu sich ein. In der Backstube und im Laden
wurde dann ein Ständchen gespielt, so dass das Mehl von den Wänden staubte.
Danach marschierte man zum Oberleutnant Tonius Austermann, um auch dort
ein Ständchen darzubringen. Dieser Rundmarsch von Ehrengarde und Fanfarencorps
im Anschluss an den Frühschoppen durch den Biergarten bei Nölle zum Rosengarten
von Mense und in den Lustgarten bei Austermann wurde zum festen Bestandteil
des Schützenfestes für die Ehrengarde. Auch in den Jahren 1964 übernahm
die Ehrengarde ihre Aufgaben und trug so zum Gelingen des Schützenfestes
bei. Noch im Jahre 1964 starb der langjährige Spieß der Schützenbruderschaft
Bernhard Schräder. Zu seinem Nachfolgen wurde im Frühjahr 1965 der Führer
der Ehrengarde Oberfeldwebel Herrmann Stuckemeier gewählt. Die Ehrengarde
brauchte nach 13 jähriger Tätigkeit von Herrmann Stuckemeier einen neuen
Führer. Der Vorstand der Schützenbruderschaft einigte sich auf den militärerfahrenen
Karl König. Dieser wurde auf der Schützenversammlung zum Feldwebel befördert
und übernahm neben der Führung der Ehrengarde auch die Ausbildung der neuen
Ehrengardisten. Zum Schützenfest vom 21. bis 22 August 1965 führte Karl König zum erstenmal die Ehrengarde
. Während des mittäglichen Rundmarsches der Ehrengarde " entführte " man
einen kleinen Gartenzwerg aus dem Garten Mense. Tonius Austermann borgte
diesen Gartenzwerg, um ihn als Maskottchen der Ehrengarde zu benutzen.
Dieser Gartenzwerg war schon etwas ramponiert, und so fiel sein Verschwinden
im Verlauf des Schützenfestes nicht auf. Es wird später aber noch eine
Bedeutung haben.
Der Führer der Ehrengarde wurde auf den Frühschoppen des Schützenfestes
1966 zum Oberfeldwebel befördert. Anstelle von Walter Kerkhoff wurde Werner
Muckermann zum Fahnenträger der Ehrengarde ernannt.
Auch einige andere verdiente Ehrengardisten wurden befördert: Fahnenträger
Erich Hanskötter wurde Unteroffizier,
zwei Obergefreite und neun Gefreite wurden ernannt, und Ferdi Lillteicher
und Paul Pospiech erhielten die Schützenschnur. Diese Beförderungen
verstärkten das Engagement in die Ehrengarde.
Auch der mittägliche Rundmarsch fand nach dem Frühschoppen wieder
statt. In diesem Jahr erhielt er eine besondere Bedeutung:
Scheidende Königin war Maria IV.( Mense) an der Seite von König Ferdinand
I.( Fiehe). Im Garten der Familie Mense tauchte dann nach einjähriger
Abwesenheit auch der Gartenzwerg wieder auf. Die Musiker des Fanfarencorps
Rheda hatten ihn sorgfältig restauriert und übergaben ihn auf einem
kleinen Bollerwagen stehend wieder der Ehrengarde. Er blieb dann jahrelang
das Maskottchen der Ehrengarde und wurde von Ludwig Balaban sorgsam behütet.
Zum Schützenfest 1967 übernahm die Ehrengarde erstmalig die Kinderbelustigung.
Diese war bislang Aufgabe des Obersten und seiner Adjudanten gewesen,
war aber etwas ins Abseits geraten.Viele Mütter hatten die Durchführung
der Kinderbelustigung kritisiert, weil ihren Söhnen und Töchtern lediglich
Bonbons verteilt wurden. Diese mussten von den
Kindern aus dem Gras aufgesucht werden. Dabei kam es häufig zu einer
erheblichen Verschmutzung der Kleidung durch Grasflecken. Diese Flecken
stellten die damaligen Waschmittel vor eine ziemlich unlösbare Aufgabe.
Nach erheblichen Diskussionen im Vorstand wurde die Kinderbelustigung
der Ehrengarde übertragen und unter der engagierten Leitung von Karl König
neu gestaltet. Mit Kletterstangen, Eierlaufen, Sackhüpfen, Dosenwerfen
wurden die Kinder am Samstagnachmittag auf dem Schießplatz bei Thiemann-Drüner
empfangen. Kleine Geschenke und Süßigkeiten belohnten besonders gute
Leistungen bei den Spielen, aber auch die nicht so Erfolgreichen bekamen
noch etwas. Für diese Kinderbelustigung wurde das Vogelschießen etwa eine
Stunde unterbrochen. Diese Art der Kinderbelustigung begeisterte sowohl
die Kindern als auch die Eltern. Am Sonntag brachte der neue Fahnenschlag
ebenfalls eine Überraschung.
Nachdem der langjährige Fahnenschläger Theo Schlüter aus gesundheitlichen
Gründen bereits 1966 den Fahnenschlag an seine Schwiegersöhne Günther Hauenherm
und Manfred Kowal übergeben hatte, führten diese beiden zusammen mit Heinz
Hoppe einen dreifachen Fahnenschlag mit neuen belgischen Schlagfahnen vor.
Die Fahnen waren unter abenteuerlichen Umständen direkt aus Belgien geholt
worden. Als Fanfarencorps hatte man in diesem Jahr das Trompetercorps Weiß-Rot
aus Beckum verpflichtet, da die Musiker aus Rheda wegen Terminschwierigkeiten
absagen mussten. Nach der Krönung am Sonntagnachmittag führte die Ehrengarde
einen gelungenen Parademarsch vor und gestaltete auch die abendliche Polonaise
mit ihren Fackeln. Im Festzelt bei Nölle feierte man dann ein feuchtfröhliches
Schützenfest, von dem mancher Ehrengardist erst in den frühen Montagmorgenstunden
nach Hause kam. Besonders die "Neulinge" der Ehrengarde hatten
es schwer, sich dem fröhlichen Feiern zu entziehen. Auf dem Heimweg quer
durch Wiesen und Felder soll ein Ehrengardist mit einem nicht ganz edlen
Körperteil im Elektrozaun hängengeblieben sein. Die gesamte Arbeit des
Biertrinkens war "schlagartig" umsonst.
Das Schützenfest 1968 stand unter keinem guten Stern. Der Regen ließ
das Fest buchstäblich ins Wasser fallen. Die Bewerber um die Königswürde
wurden einzeln im Kleinbus zur Pölinger Heide gefahren, um dort auf den
Vogel zu schießen. So musste leider auch die Kinderbelustigung der Ehrengarde
ausfallen. Am Sonntag hatte man mehr Glück mit dem Wetter. Alle Programmpunkte
konnten, wie geplant, durchgeführt werden, und es wurde ein schönes Fest.
Am Montagnachmittag wurde nach Absprache mit König Josef III. (Nienhuys)
und Königin Gertrud III. (Schräder) auf der Marktwiese die Kinderbelustigung
nachgeholt. Kinder, Eltern und Ehrengardisten hatten viel Spaß bei den
aufgebauten Wettbewerben. Die Finanzierung der Süßigkeiten wurde zunächst
durch Spenden gesichert. Besonders der Generalmajor Dr.Franz Schlüchtermann
sei hier erwähnt. Der Spielmannszug Enniger mit Tambourmajor Bernhard
Kottenstedde sorgte für die entsprechende musikalische Unterhaltung. Die
Durchführung der Kinderbelustigung in der neuen Form am Montagnachmittag
fand bei allen soviel Begeisterung, dass man auf der nächsten Ehrengardenversammlung
auf Vorschlag von Karl König beschloss, Form und Termin weiter beizubehalten.
Karl König wurde von der Versammlung beauftragt, diesen Programmpunkt des
Schützenfestes mit dem Vereinsvorstand zu besprechen. Als er jedoch diesen
Wunsch der Ehrengarde auf der nächsten Vorstandssitzung vortrug, stieß
er auf entschiedene Ablehnung, eine Ausdehnung des Schützenfestes auf den
Montag war nicht akzeptabel. Trotz mehrerer Versuche im Jahr 1969 gelang
es Karl König nicht, diesen Widerdstand des Vorstandes zu überwinden. Es
kam zu heftigen Auseinandersetzungen. Wenige Wochen vor dem Jubiläumsschützenfest
1969 weigerte sich die Ehrengarde immer noch, am Schützenfestsamstag eine
Kinderbelustigung durchzuführen.
Den Auftakt des Jubiläumsschützenfestes bildete ein Platzkonzert
des Fürstlichen Trompetercorps Rheda. Am Sonntag , dem 24. August 1969,
kamen sie in sehr starker Besetzung nach Enniger, um ihre Verbundenheit
mit der Schützenbruderschaft und insbesondere mit der Ehrengarde zu unterstreichen.
Während des Schützenfestes war ihnen leider eine Teilnahme nicht möglich,
da sie am selben Tag mit einer großen Musikshow ihr 10- jähriges Bestehen
in Rheda feierten. Die Vorbereitungen zum 40jährigen Bestehen der Schützenbruderschaft
nahmen Gestalt an.
Am Donnerstagabend begann man mit dem Grünholen die Vorbereitungen
des Schützenfestes. Am Freitag wurde der Schießplatz aufgeräumt und
geschmückt. Erst am späten Freitagabend ließen sich die Ehrengardisten
Ferdi Lillteicher und Paul Pospiech nach etlichen Glas Bier bei Wessling
durch Heinrich Wösthoff überreden, doch eine Kinderbelustigung
aufzubauen. In den frühen Morgenstunden des Samstags weckten die
beiden den Führer der Ehrengarde, Karl König, und besprachen mit
ihm diesen Entschluss. In aller Eile wurden einige Ehrengardisten
zusammengetrommelt und mit der Vorbereitung beauftragt. In aller
Eile besorgte man Spielsachen und Süßigkeiten. Auf der Wiese wurden einige
Spiele aufgebaut, so dass doch
noch in letzter Minute eine Kinderbelustigung stattfinden konnte.
Während des Antretens beim Schützenbruder Paul Wieler waren zum erstenmal
die Offiziere in grünen Uniformen zu sehen. Auch grüne Schützenkrawatten
und Schützenkragen waren für die Schützenbrüder und Ehrengardisten
angeschafft worden. Die im Schnellverfahren organisierte Kinderbelustigung
erwies sich als ein voller Erfolg. Man stellte jedoch fest, dass
der Platz auf der Schützenwiese bei Thiemann-Drüner zu klein war.
Die Spiele der Kinderbelustigung wurden am Montagnachmittag von einigen
Ehrengardisten wieder abgebaut.
Nach dem Vogelschießen - Georg Nölle schoß den Vogel ab- und dem
ersten Festabend fungierten wie in jedem Jahr vier Ehrengardisten als Meßdiener
während der Schützenmesse. Hauptmann Tonius Austermann nahm beim Morgenappell
eine strenge Gewehrkontrolle vor. Besonders das Gewehr von Paul Bruland
wieß Spinnen im Lauf und Lippenstift am Gewehrschaft auf. Diese pflegerischen
Mängel konnte sich Paul Bruland nur mit den Ereignissen der vergangenen
Nacht erklären. Er fand jedoch keine Gnade bei Hauptmann Austermann: Exerzieren
und Putzdienste im Saal Austermann waren seine Strafe. Nach dem Gedenken
am Kriegerehrenmal und dem Besuch des Krankenhauses fand der Frühschoppen
beim Festwirt Josef Spitthöver statt. Aus den Reihen der Ehrengarde wurden
Peter Wagner, Werner Muckermann und die Fahnenschläger Heinz Hoppe und
Günther Hauenherm zu Unteroffizieren sowie der Fahnenschläger Manfred Kowal
zum Feldwebel befördert.
Auch übernahm Peter Wagner anstelle von Reinhard Löffler das Amt
des Fahnenträgers der Ehrengarde.
Am Nachmittag nahmen die Ehrengarde sowie einige Gastvereine der
umliegenden Ortschaften am Jubiläumsfestzug teil und boten beim Parademarsch
mit Stechschritt eine prachtvolles Bild. Mit einem großen Feuerwerk zur
Polonaise und einem fröhlichen Festball wurde das Jubiläumsfest beendet.
Das Schützenfest 1970 brachte für die Ehrengarde eine weitere Neuerung,
die bis heute Bestand hat. Wie bereits erwähnt hatte man erkannt, dass
der Platz für die Kinderbelustigung auf der Schützenwiese zu knapp war
und hatte sich nach einem etwas größeren Ort umgesehen. Der Landwirt Willi
Eiling stellte auf Bitten der Ehrengarde seine Wiese zur Verfügung, allerdings
nur unter der Bedingung, dass die Wiese am Montag unverzüglich wieder aufgeräumt
wird. Dort wurde dann eine Kinderbelustigung mit Dosen- und Pfeilwerfen,
Stangenklettern, Sackhüpfen und Eierlaufen vorbereitet. Sehr viele Kinder
warteten am Samstagnachmittag am Eingang zur Wiese, um diese Möglichkeiten
zu nutzen und kleine Preise zu gewinnen. Für die ganz Kleinen hatte man
auch ohne Teilnahme an den Spielen einige Süßigkeiten bereitgehalten. Da
mit Heinz Hoppe ein Fahnenschläger den Vogel abschoss und die beiden anderen
zur Throngesellschaft gehörten, wurde der Fahnenschlag am Sonntag von den
Nachbarn aus Hoetmar ausgeführt. Am Montagnachmittag besuchten die Ehrengardisten
nach dem Aufräumen des Festsaales und der Eilingschen Wiese die Königin
Christa Zümbült. Hieraus entwickelte sich eine bis heute bestehende Gewohnheit.
Im Jahr 1970 besuchte zum erstenmal die Ehrengarde einen Verein außerhalb
von Enniger. Aufgrund eines Jubiläums fuhr man zum Fürstlichen Trompetercorps
nach Rheda. Das Schützenfest 1971 am 28. und 29 August stand unter keinem
guten Stern.
Mit Theo Schlüter verlor die Schützenbruderschaft ein bekanntes und
beliebtes Mitglied durch einen tragischen Unfall. Theo Schlüter hatte seit
Beginn der 50er Jahre die Vorbereitungen auf der Pölinger Heide zusammen
mit den Anwohnern durchgeführt. Diese Aufgabe übernahm nun Karl König mit
der Ehrengarde:
In einer Stärke von ca. 25 Mann wurden Grünholen, Aufräumen des Schießplatzes,
Aufbau der Kinderbelustigung und der Sicherheitszäune sowie das Schmücken
der Schützenhalle organisiert.
Die Kinderbelustigung wurde in Anlehnung an die Sendung "Aktuelles
Sportstudio" des ZDF durch das Torwandschießen erweitert. Da man mit
Willi Eiling übereingekommen war, die Wiese auch in den kommenden
Jahren für die Kinderbelustigung zu nutzen, errichtete man für die Kletterstangen
massive Betonfundamente. Diese wurden unter die Grasnarbe abgesenkt,
so dass eine Behinderung der Tiere und der Pflegearbeiten der Grasnarbe
nicht möglich war. Um die Fundamente immer
wieder zu finden, wurden an der Scheunenwand Markierungen eingeritzt.
Auch am Sonntagmorgen erlebte man eine Überraschung: Nachdem die
ehemaligen Fahnenschläger Günther Haurenherm und Manfred Kowal wegen
des Todes ihres Schwiegervaters Theo Schlüter auf den Fahnenschlag verzichtet
hatten, traten drei neue Fahnenschläger am Krankenhaus auf den Rasen.
Walter Nölle, Albert Bleckmann jr. und Bernhard Thimm boten eine hervorragende
Leistung vor den Augen der Schützenbrüder. Die drei Fahnenschläger
boten eine so überzeugende Leistung, dass sie in diesem Jahr mit dem
Trompetercorps Rheda auch noch in Bad Harzburg, in Epe sowie bei
der Bundesgartenschau in Dortmund und mit dem Fanfarenzug Oelde bei
der Hubertus Schützengilde Oelde auftraten. Hier traten die Fahnenschläger
bis zum Jahr 1987 zu jedem Schützenfest auf. Während des Frühschoppens
wurde der Führer der Ehrengarde Karl König zum Leutnant und Willi
Lillteicher zum Unteroffizier befördert. Am Montag nach dem Schützenfest
stand in diesem Jahr nicht nur das Aufräumen des Festsaals sondern
auch das Aufräumen des Schießplatzes auf dem Programm. Auch diese Aufgabe
hatte man von Theo Schlüter übernommen.
Man traf sich um 14.00 Uhr beim Schützenbruder Georg Nölle und marschierte
geschlossen zur Pölinger Heide. Dort wurden die Spiele auf der Eiling'schen
Wiese abgebaut, auf den Schießplatz der Kugelfang heruntergelassen, die
Sicherheitszäune abgebaut und die Schützenhalle aufgeräumt. Anschließend
blieb man bei einigen Glas Freibier und leckeren Grillstücken noch lange
zusammen. Die Grillarbeit übernahm Reinhard Kottlarz. Die Vorbereitungen
zum Schützenfest 1972 begannen bereits im Herbst 1971.
Die Ehrengarde bereitete sich auf ihr 20jähriges Bestehen vor. Bereits
seit längerem gab es in der Ehrengarde Bemühungen um eine eigene, neue
Standarte. Schon auf der Generalversammlung im November 1970 hatte die
Ehrengarde eine Initiative gestartet. Karl König, Ferdi Lillteicher und
Dr. Franz Schlüchtermann trafen sich des Öfteren und erstellten einige
Entwürfe.
Mit Herrn Kreisel von der Karlsruher Fahnenfabrik wurden diese Entwürfe
besprochen und in Originalgröße einige Vorschläge ausgearbeitet. Schließlich
einigte man sich auf einen Entwurf, und die neue Standarte wurde am 18.2.1972
in Auftrag gegeben. Nach einigem Hin und Her wurde sie im Juni 1972 geliefert.
Die Standarte kostete mit Fahnenstock, Aufhängung, Standartenspitze und
drei Paar Stulpenhandschuhen 1285,38 DM.
Das Geld stammte aus der Vereinskasse, von den Ehrengardisten und
von einigen Spendern. Hier sei nur die besonders großzügige Spende
des Präsidenten Wilhelm Hartmann erwähnt. Nach guter Vorbereitung begann
das Jubiläumsfest am Samstag, dem 26 August 1972. Die von der Ehrengarde
vorbereitete Kinderbelustigung wurde von vielen Kindern besucht. Danach
begann an der Vogelstange ein harter, im Jahr der olympischen Spiele wahrlich
olympischer Kampf. Erst nach 643 Schuss konnte Ferdi Lillteicher den zähen
Vogel von seinem luftigen Sitz befördern. Mit ihm wurde ein Gründungsmitglied
der Ehrengarde Schützenkönig. Am Sonntagmorgen wurde die neue Ehrengardenstandarte
während der Schützenmesse von Pastor Alfons Buttgereit geweiht.
Er
fand dazu die folgenden Worte:
"Gott, du Schöpfer und Erhalter allen menschlichen Lebens,
Du willst unser Bestes und hast uns Menschen erschaffen, dass wir
uns alle Zeit freuen in Dir.
Sieh herab auf diese Gemeinde, die sich am heutigen Tag besonders
bewusst wird, dass alle zusammengehören:
Alt und Jung, Gesunde und Kranke, Fröhliche und Traurige. Lass
niemanden einsam sein und lass alle in der gegenseitigen Zuneigung auch
Deine Güte erfahren. Darum rufen wir zu Dir:
Lass diese Standarte ein Zeichen der Freude und brüderlichen Gesinnung
sein. Lass alle, die sie tragen und denen sie angehört, sich bewusst
sein, dass wir Menschen einander brauchen und dienen alle Zeit. Darum
sei diese Standarte gesegnet:
Im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes- Amen!"
Nach der Standartenweihe und Schützenmesse fand der Morgenapell durch
Major Anton Austermann statt. Er kontrollierte die Ehrengarde besonders
streng. Sauberkeit der Gewehre, Anzugsordnung und Sauberkeit der
Fingernägel gaben zu Tadel Anlass. Als Strafen wurden Ordonanzdienste in
der Austermann'schen Gastwirtschaft, Strohabladen beim Oberst und Nachapell
am Montagmorgen angeordnet. Wahrend des Frühschoppens wurden zahlreiche
Ehrengardisten befördert, unter anderen wurde ihr Führer Karl König Oberleutnant.
Aufgrund seiner Leistungen bei der Gründung der Ehrengarde und bei ihrer
Führung wurde dem ehemaligen Führer Hauptfeldwebel Herrmann Stuckemeier
einen Orden verliehen. Danach übergab der Schützengeneral
Dr. Franz Schlüchtermann die neue Standarte an die Standartenträger
Werner Muckermann, Erich Hanskötter und Heinz Rose.
Er sagte bei
der Übergabe:
"Hiermit übergebe ich diese Standarte der Ehrengarde zu treuen Händen.
Möge die Ehrengarde sie immer in Ehren halten und in Ehren tragen! Möge
sie stets ein Zeichen festen Zusammenhaltens und großer Toleranz sein." Danach
übergaben die Damen der Ehrengardisten ein wertvolles Fahnenband für die
neue Standarte.
Die Krönung des neuen Königs Ferdi II. (Lillteicher) und seiner Königin
Rosemarie I. (Wagner) fand am Sonntagnachmittag unter Beteiligung von Gästen
aus Vorhelm und Tönnishäuschen statt, die man zum Jubiläum eingeladen hatte.
Auch das Fürstliche Trompetercorps Rheda konnte ein Jubiläum feiern.
Es nahm zum zehntenmal am Schützenfest in Enniger teil. Die Glocke berichtete
am 28. August und 1. September über das Schützenfest mit Standartenweihe.
Trotz des ausgiebig gefeierten Jubiläums trafen sich am Montagnachmittag
die Ehrengardisten, um den Schießplatz und Eilings Wiese aufzuräumen.
Während der Generalversammlung im November 1972 wurde der Ehrengarde und
ihrem Führer Karl König ein großes Lob für die Durchführung der Kinderbelustigung
ausgesprochen. Man beschloss, der Ehrengarde einen Zuschuss von
200,- DM zur Finanzierung der Kinderbelustigung zu gewähren. Am 17. Juni
1973 fuhr die Ehrengarde zusammen mit der Schützenbruderschaft anlässlich
des 25 jährigen Jubiläums der Ehrengarde des St. Martinus Schützenvereins
nach Sendenhorst und nahm dort am Festakt und Umzug teil. Nach dem Jubiläum
im Jahr 1972 verlief das Schützenfest 1973 am
1. und 2. September wieder in der gewohnten Weise, jedoch wurde das
Königspaar und der Hofstaat nicht in Kutschen gefahren, da man keine
Pferde organisieren konnte. Leider spielte auch das Wetter nicht mit. Es
war recht kalt und regnerisch. Die Fahnenschläger überzeugten auch diesmal
durch ihr Können. Sie traten zudem noch mit dem Fanfarencorps Oelde in
Gütersloh und Stadtlohn auf. Der Ehrengarde bescherte das Jubiläum im vergangenen
Jahr jedoch eine erfreuliche Nachwirkung: Die Personalstärke stieg
auf 32 Mann an.
Nach dem Aufräumen verlegte man das Abendessen in den Saal des Lindenhofes,
da man ein von Bernhard Avermiddig gespendetes Spanferkel auf der
Pölinger Heide nicht verzehren konnte. Im Jahr 1974 trug wiederum
die Ehrengarde neue Ideen zum Vereinsleben bei. Sie organisierte ein Preiskegeln
für alle Schützenbrüder und ihre Frauen. An drei Sonntagen im Mai
1974 kegelte man beim Vereinswirt Josef Spitthöver zwei Pokale und mehrere
wertvolle Sachpreise aus. Gewinner der Pokale wurde Margret Hartmann und
Josef Spitthöver. Der Vereinswirt übernahm während der Kegeltage die Beköstigung
der aufsichtführenden Ehrengardisten und stellte auch seine Kegelbahn unentgeltlich
zur Verfügung. Am 25. Mai 1974 nahm die Ehrengarde an der Standartenweihe
anlässlich des 20 jährigen Bestehens der Schützensektion des allgemeinen
Schützenvereins Vorhelm teil. Das Schützenfest wurde traditionsgemäß vorbereitet.
Die neu gegründete Jungschützenkompanie übernahm eine Reihe von Aufgaben
und arbeitete gut mit der Ehrengarde zusammen. Für sie wurde ein
zusätzlicher Luftgewehrschießstand in Thiemanns Scheunendurchfahrt aufgebaut.
An der Vogelstange behielt Ulrich Stollberg die Ruhe und wurde am Sonntag
zum Konig Ulrich I. mit Königin Martha I. ( Bories) gekrönt.
Die Fahnenschläger mussten ihre Besetzung ändern: Nach einem schweren
Sportunfall 1973 schied Berni Thimm aus,
und Alfons Kohlstätte übernahm dessen Aufgabe.
Am Montag stattete die Ehrengarde nach dem Aufräumen des
Schießplatzes und der Kinderbelustigungswiese der Königin einen Besuch
ab, da sie ja in direkter Nachbarschaft zum Schießplatz wohnt. Nach dem
Schützenfest legte Oberleutnant Karl König die Leitung der Ehrengarde nieder,
um innerhalb der Schützenbruderschaft andere Aufgaben zu übernehmen. Die
Ehrengardisten wählten auf der Ehrengardenversammlung im November 1974
Ferdi Lillteicher zum neuen Führer. Im April 1975 fand zum zweitenmal das
Preiskegeln statt. Pokalgewinner wurden Brunhild Fissahn und Josef Spitthöver
Dank der freundlichen Spende vom König Ulrich I., der Firmen Heinrich Fromme
und Heinz Hoppe konnte die Ehrengarde einige Materialien der Kinderbelustigung
erneuern: statt der doch schon recht alten hölzernen Kletterstangen konnten
verzinkte Stahlstangen beschafft werden und auch die schon sehr mitgenommene
Holztorwand konnte durch eine Stahlkonstruktion ersetzt werden.
Das Vogelschießen 1975 wurde durch ein schweres Gewitter unterbrochen,
welches am Samstagnachmittag einige Keller unter Wasser setzte, so
dass die Feuerwehr zum Einsatz musste. Nachdem sich das Wetter ausgetobt
hatte, bewies der Tambourmajor des Spielmannszuges Bernhard Kottenstedde
ein sicheres Auge und eine ruhige Hand und schoss den Schützenvogel von
seiner Stange. Nach der Schützenmesse am Sonntagmorgen konnten die Schützenbrüder
auch eine Gruppe Schützenmädchen begrüßen. Diese Gruppe war nach langen
und heftigen Diskussionen auf der
Schützenversammlung vom 20. Juli 1975 gegründet worden. Albert Bleckmann
jr. wurde beim Fahnenschlag zur Krönungszeremonie besonders gefordert,
da er gleichzeitig Mundschenk auf dem Thron von Bernhard II. (Kottenstedde)
und Mathilde II. (Thiemann) war. Mit einem gelungenen Parademarsch
vor dem Thron und einem schönen Fest endete das
offizielle Schützenfest. Nicht so für die Ehrengarde, sie erfüllte
am Montagnachmittag ihre Aufgaben als Aufräumkolonne.
Am 16. Mai 1976 traf man sich zu einer Ehrengardenversammlung bei
Austermann, um das 750- jährige Ortsjubiläum vorzubereiten. Auch lag eine
Einladung zum 100 jährigen Bestehen der Kriegerkameradschaft Vorhelm vor.
Man nahm am 27. Juni dort am Festzug teil.
Das Jahr 1976 stand dann ganz im Zeichen des 750 jährigen Ortsjubiläums.
Selbstverständlich beteiligte sich auch die Schützenbruderschaft
mit der Ehrengarde an den Feierlichkeiten. Die Festwoche begann am 11.Juli
1976 mit der Feier
des 100 jährigen Bestehens des Kriegervereins Enniger. Die Ehrengarde
unter der Führung von Ferdi Lillteicher nahm an allen Festaktivitäten
teil. Sie gestaltete die Messfeier und marschierte bei den Umzügen
morgens und nachmittags mit.
Auch am großen Festball nahmen die Ehrengardisten teil. Auf einer
Ehrengardenversammlung am 22. August 1976 beim Vereinswirt Josef Spitthöver
bereitete man das Schützenfest von 4. und 5. September 1976 vor.
Hier wurde auch die Gestaltung des Montagnachmittag neu geregelt:
Statt des Grillens auf dem Schießplatz entschloss man sich nach einer
heftigen Diskussion, künftig das Abendessen beim Vereinswirt zu veranstalten.
Das alljährliche Grillen war im Jahr 1975 wegen des kalten und regnerischen
Wetters ein Misserfolg gewesen.
Zum Schützenfest 1976 wurden die Standartenträger sowie die Unteroffiziers-
und Offiziersränge der Ehrengarde mit Uniformjacken eingekleidet. Die Uniformröcke
wurden von der Uniformfabrik Rascher aus St. Vit als Maßanfertigung gefertigt.
Die Schützenbruderschaft gewährte den einzelnen Ehrengardisten einen Zuschuss
von 50,--DM zum Anschaffungspreis.
Das Schützenfest fand zum erstenmal unter der Beteiligung des Fanfarencorps
Sendenhorst statt und hinterließ bei den Ehrengardisten einen sehr feuchten
Eindruck: während des Umzuges und besonders während des Parademarsches
regnete es Bindfäden. Die Fackelpolonaise und das Feuerwerk konnten am
Abend jedoch unter großer Beteiligung von Schützenbrüdern und Zuschauern
stattfinden. Am 24. Oktober nahm die Ehrengarde am ersten Fußballpokalwettbewerb
der Jungschützen teil. Sie war dort leider nicht sonderlich erfolgreich
und konnte keinen der drei Pokale erringen. Auf der Generalversammlung
im November 1976 stellte Walter Nölle den Antrag auf ein separates Vogelschießen
der Ehrengarde. Er machte den
Vorschlag, nach der Ankunft auf der Pölinger Heide am Samstag zunächst
den Vogel der Ehrengarde aufzuziehen.
Dieser Vogel sollte dann von den Ehrengardisten bis zum Beginn der
Kinderbelustigung abgeschossen werden.
Nach der Kinderbelustigung solle dann der "große Vogel" hochgezogen
werden und sofort mit "schwerem Kaliber " beschossen werden.
Dieser Vorschlag wurde von der Versammlung diskutiert und aus Sicherheitsgründen
abgelehnt.
Auch das satzungsgemäße Recht der Mitglieder auf die Pflichtschüsse
wäre gefährdet.
Auf einer Vorstandssitzung im Mai 1977 hatte es eine Umbesetzung
im Offizierscorps der Schützenbruderschaft Enniger gegeben: Major
Antonius Austermann und Oberst Heinrich Wösthoff stellten aus Altersgründen
bzw. Überlastung ihre
Ämter zur Verfügung. Bernhard Kottenstedde wurde zum Oberstleutnant
ernannt und übernahm die Aufgabe, als kommandierender Offizier den
Festablauf zu leiten. Ferdi Lillteicher übernahm die Gestaltung des
Morgenappell nach dem Gottesdienst. Daher wurde die Führung der Ehrengarde
auf Ferdi Tovar übertragen. Auf der Ehrengardenversammlung
am 5. Juli 1977 in der Gaststätte Nölle wurde er der Ehrengarde als
neuer Führer vorgestellt. Das Jubiläumsjahr 1977,
die Ehrengarde konnte auf ihr 25- jähriges Bestehen zurückblicken-
begann mit dem Preiskegeln am 29. und 30. Mai
sowie am 5. und 12. Juni. Das Ehepaar Margret und Walter Hartmann
gewannen als erfolgreichste Kegler die Siegerpokale.
Im Laufe des Sommers erhielt die Ehrengarde mehrere Einladungen zu
Jubiläen bei Nachbarvereinen: am 9. Juni feierte die Ehrengarde Tönnishäuschen
ihr 25 jähriges Bestehen, am 17. Juli nahm man am 50 jährigen Bestehen
der
Ehrengarde Ostenfelde teil und am 20. August bestand der Bürgerschützenverein
Neubeckum 100 Jahre. Auch hier
marschierte man im Festzug mit. Im Verlauf der Schützenversammlung
am 7. August 1977 im Saal Austermann wurde
Ferdi Tovar zum Leutnant und Führer der Ehrengarde befördert.
Nach intensiven Vorbereitungen fand im Verlauf des Schützenfestes
am 27. und 28. August das 25- jährige Jubiläum der Ehrengarde statt.
Das Vogelschießen auf der Pölinger Heide stand ganz im Zeichen eines Kampfes
von Mitgliedern der Ehrengarde um die Königswürde. Nach dem 233.
Schuss mit schwerem Kaliber war es der neue Führer der Ehrengarde,
Ferdi Tovar, der den Vogel von der Stange holte. Zur Königin wählte
er Brunhild Fissahn.
Am Sonntagmorgen wurden im Verlauf des Frühschoppens viele Ehrungen
und Beförderungen speziell für die Ehrengarde ausgesprochen. Als
Mitbegründer und erster Kommandeur erhielt Herrmann Stuckemeier als scheidender
Kommandeur Ferdi Lillteicher einen Orden, und als Gründungsmitglied wurde
Paul Pospiech für 25 jährige Vereinstreue geehrt.
Die Standarte der Ehrengarde wurde an die Feldwebel Werner Kohlstädde,
Hubert Adrian und Werner Tewes übergeben, da die bisherigen Standartenträger
Heinz Rose, Werner Muckermann und Erich Hanskötter nach langer Dienstzeit
ihre Aufgabe
niederlegten.
Im "Lustgarten" bei Mense stellten sich die Mitglieder der Ehrengarde
zu einem Gruppenbild. Mit 35 Personen hatte die Ehrengarde im Jubiläumsjahr
1977 ihre bis dahin stärkste Besetzung. Der Rundmarsch durch das
Dorf führte die Ehrengarde zusammen mit dem Fanfarencorps Sendenhorst erstmals
zur Familie Herbort. Dort konnten Ehrengardisten und Musiker
sich bei einem kleinen Imbiss stärken, bevor sie zum abschließenden
Besuch der Gaststätte Austermann weitermarschierten. Die Krönung
mit anschließendem Fahnenschlag und Festzug durch das Dorf am Nachmittag
hatte als Gäste zum Jubiläum die Ehrengarde aus Tönnishäuschen sowie den "Ballermannsclub" aus
Vorhelm, der mit seiner Kanone donnernd
Salut schoss, und die Schützensektion aus Vorhelm. Letztere hatten
bereits während der Gefallenenehrung am Vormittag mit einem Ehrensalut
teilgenommen. Nach dem Vorbeimarsch mit Parademarsch der Ehrengarde
feierten die Schützenbrüder
und die Ehrengardisten ein gelungenes Fest bis in die frühen Morgenstunden
des kommenden Montags. Nachdem man am Montag Eiling`s Wiese und
den Schießplatz aufgeräumt hatte, marschierte man ins Dorf zurück,
nicht ohne dem Führer und amtierenden König Ferdi Tovar einen Besuch abzustatten.
In seinem Garten an der Vorhelmer Straße machte man Rast und ließ
ihn hochleben. Hieraus entwickelte sich im Laufe der Jahre eine bis heute
bestehende Tradition. Nach dem Abendessen im Saal Spitthöver erlebte man
eine Überraschung: auf Einladung der Throngesellschaft brachte das Fanfarencorps
Sendenhorst der Ehrengarde ein Ständchen. Man feierte zusammen mit dem
Thron und den Musikern noch bis in den frühen Dienstagmorgen. Zwischen
dem Fanfarencorps Sendenhorst und der Ehrengarde entwickelte sich eine
enge Freundschaft bis zur Auflösung des Musikzuges im Jahre 1983.
Zum 50- jährigen Bestehen des Schützenvereins "Hoher Norden" Ahlen
wurde auch die Ehrengarde eingeladen. Am 27. Mai 1978 traf man sich
an der Gaststätte Nordpol in Ahlen und marschierte dann zum Marktplatz.
Nach dem Festakt fand ein Festzug durch die Stadt Ahlen statt. Die drei
Fahnenschläger waren auch in diesem Jahr wieder das Aushängeschild der
Schützenbruderschaft. Bei mehreren Gastauftritten konnten sie Ihr Können
demonstrieren. Der traditionelle Festablauf des Schützenfestes 1978 war
auch für die inzwischen auf 41 Mann angewachsene Ehrengarde wieder mit
den obligatorischen Aufgaben verbunden: Aufbau des Schießplatzes, der Spielgeräte
und die Gestaltung der Messe wurden mit Bravour
geleistet. Während des Frühschoppens wurde Heinz Udo Reick ( genannt
Heinemann ) zum Feldwebel und stellvertretenden Führer der Ehrengarde
befördert. Der langjährige Führer und Ausbilder der Ehrengarde Herrmann
Stuckemeier legte aus gesundheitlichen Gründen alle Vereinsämter nieder.
Er hatte zuletzt als "Spieß" das Schützenbatalion kommandiert.
Ehrengarde und Fanfarencorps Sendenhorst marschierten mittags auf
Einladung von Anne und Carl Herbort zu deren neuerbauten Wohnhaus in der
Riggenstraße und wurden dort reichlich bewirtet. Man stellte jedoch fest,
daß der Marschweg zu lang war und beschloss künftig nur bis zum Firmengelände
an der Marienstraße zu gehen. Am Montagnachmittag stand traditionsgemäß
Aufräumen auf dem Dienstplan der Ehrengarde. Als man zur Stärkung in Richtung
Saal Spitthöver abrückte, kam es zu einer spontanen Hilfsaktion. Dem langjährigen
Ehrengardisten und Standartenträger Erich Hanskötter war am Montagmorgen
eine LKW-Ladung Brennholz angeliefert worden, die neben seinem Haus abgekippt
worden war.
Viele hilfreiche Hände sorgten dafür, das dass Holz in rekordverdächtiger
Zeit vor die Haustür und das Wohnzimmerfenster gepackt wurde. Erich Hanskötter
konnte sich nur mit erheblichen Schwierigkeiten aus seinem Haus befreien.
Ein Teil des Holzes wurde auch noch auf die Theke des gegenüber gelegenen
Gasthofs Wessling aufgestapelt. Am Wochenende nach dem Schützenfest nahm
die Ehrengarde am 3. September an der Feier des 75- jährigen Bestehens
der Ehrengarde der St. Hubertus Schützengilde Ennigerloh teil.
Am 1. Oktober betätigte sich die Ehrengarde sportlich. Sie bewies,
dass sie nicht nur feiern konnte, sondern auch im Fußball nicht zu schlagen
ist.
Auf dem Pokalturnier der Jungschützen gewannen die Ehrengardisten
das Endspiel gegen die
Sportschützen Ennigerloh mit 1: O und konnten den Siegerpokal auf
dem Jungschützenfest am 7. Oktober in Empfang nehmen. Das alljährlich
von der Ehrengarde ausgerichtete Preiskegeln fand diesmal an vier Sonntagen
im September/Oktober statt. Pokalgewinner waren Josefa Fiehe und Rudolf
Fissahn.
Das Jubiläumsjahr 1979 ( die Schützenbruderschaft Enniger feierte
ihr 50-jähriges Bestehen) begann mit einer Einladung
der St Antonius Schützenbruderschaft Tönnishäuschen. Die Ehrengarde
nahm anlässlich des 50- jährigen Bestehens an den Feierlichkeiten
am Fronleichnamsnachmittag in Tönnishäuschen teil. Drei Tage später bereitete
die Ehrengarde am 17. Juni 1979 in der Gaststätte Nölle sich auf ihre Aufgaben
zum Vereinsjubiläum vor.
Zunächst wurde Theo Schlotmann einstimmig zum Schriftführer der Ehrengarde
gewählt. Um während des Jubiläumsfestes ein korrektes Bild zu bieten,
wurden drei Übungsabende vereinbart. Fünf Ehrengardisten wurden zur Beförderung
vorgeschlagen. Nach einer längeren und kontroversen Diskussion wurde
der Führer der Ehrengarde beauftragt, mit dem Vorstand über die
Anschaffung von Uniformjacken für die fünf Ehrengardisten zu verhandeln.
An mehreren Wochenenden im Juni und Juli 1979 halfen einige Ehrengardisten
unter Leitung von H.U. Reick bei der gründlichen Reinigung und Wiederherstellung
der Vogelstange. Der Wunsch der Ehrengarde nach einem eigenen Vogelschießen
am Samstagnachmittag wurde von Ferdi Tovar in einer Vorstandssitzung
vorgetragen und zum wiederholten Male vom Vorstand aus Sicherheitsgründen
abgelehnt.
Am 16. August 1979 verstarb der General der Schützenbruderschaft
Enniger, Dr. Franz Schlüchtermann.
Er war maßgeblich an der Vorbereitung des Jubiläums beteiligt. Leider
erlebte er die Fertigstellung der von ihm verfassten Vereinschronik nicht;
sie wurde am Tage seiner Beerdigung , dem 21. August 1979, ausgeliefert.
Das Jubiläumsfest 1979 fand am 25. und 26. August 1979 im traditionellen
Rahmen statt.
Nach dem Vogelschießen am Samstag feierte Pastor Buttgereit am Sonntagmorgen
die Schützenmesse. Nach der Ehrung der Gefallenen und Toten sowie einem
Besuch bei den Bewohnern des Marienhospitals fanden im Verlauf des Frühschoppens
zahlreiche Ehrungen und Beförderungen auch in den Reihen der Ehrengarde
statt.
Am Schützenfestsonntag nahmen 7 Nachbarvereine als Gäste an Krönung
und Festzug teil. Man feierte unter der Regentschaft von Willi Hartmann
und Käthe Stuckmann ein rauschendes Jubiläumsfest.
Der folgende Montag sah die Ehrengardisten bei ihrer Aufräumaktion
auf der Pölinger Heide und in Eilings Wiese.
Während des abschließenden Abendessens kam die Idee auf, die Gemeinschaft
der Ehrengarde nicht nur auf das Schützenfest
zu beschränken. Jeder Ehrengardist wurde aufgefordert, sich über
Möglichkeiten der Ausweitung der Gemeinschaft
Gedanken zu machen. Bereits 1978 hatten sich einige Ehrengardisten
unter Leitung von Walter Nölle über einen Ausbau der Aktivitäten
Gedanken gemacht. Man wollte sich nicht nur zum Schützenfest als
Gruppe darstellen, sondern auch sonst die Gemeinschaft fördern. Diese Aufgabe
an die Ehrengardisten trug Früchte. Auf der Ehrengardenversammlung
am 16. März 1980 beschloss man die Einführung eines regelmäßig stattfindenden
Sommerfestes. Die erste Fahrradorientierungsfahrt mit anschließendem
Biwak fand am 14. Juni 1980 in der Scheune beim Oberst Bernhard Kottenstedde
statt.
Ein Organisationskomitee hatte die Veranstaltung gut vorbereitet,
und bei ausreichen Getränken, leckeren Sachen vom Schwenkgrill und heißer
Musik feierte man ein gelungenes Fest. Leider wurde nach dem Ende der Feier
in der folgenden Nacht der Schwenkgrill vom Hof Kottenstedde gestohlen
und konnte nicht wiederbeschafft werden. Am 18. Mai war die Ehrengarde
zum 50- jährigen Jubiläum des Schützenvereins Vorhelm eingeladen.
Mit dem Linienbus der Post fuhr man zum Nachbarort und beeindruckte
den Gastgeber durch einen hervorragend gelungenen
Parademarsch auf dem Sportplatz.
Nach guter Vorbereitung konnte das Schützenfest am 25. und 26 August
1980 stattfinden. Das Vogelschießen brachte für die Ehrengarde eine
besondere Überraschung, als der stellvertretende Führer der Ehrengarde
Heinz Udo Reick den Vogel von der Stange holte. Als König Heinz Udo I.
mit Königin Annette I. sollte er am Sonntagnachmittag gekrönt werden.
Dieser traditionelle Festablauf wurde jedoch durch ein schweres Gewitter
völlig durcheinander gebracht. Während der Krönungszeremonie kam der Regen,
und alle mußten sich in die Gallenkempersche Scheune flüchten, um nicht
völlig durchnässt zu werden. Fahnenschläger Albert Bleckmann musste den
Fahnenschlag allein präsentieren, da seine" Mitschläger" zur
Throngesellschaft gehörten.
Zum erstenmal in ihrer langen Geschichte konnte die Ehrengarde keinen
Parademarsch zeigen. Auch das abendliche Feuerwerk musste ausfallen.
Trotzdem feierte man beim Festwirt Josef Spitthöver ein gutes Fest. Die
Ehrengarde ließ sich jedoch diese Aufgabe nicht nehmen und holte nach dem
Aufräumen den Parademarsch unter Mithilfe des Spielmannszuges am
Montagabend nach. Nach einem kleinen Umzug zeigte sich die Ehrengarde
auch am Montagabend noch in der Lage, einen gelungenen Parademarsch
vorzuführen. Abschluss des Jahres 1980 war die Teilnahme der Ehrengarde
am Fußballpokalturnier der Jungschützen am 11. Oktober. Leider war die
Teilnahme nicht sonderlich erfolgreich. Der Erfolg des Sommerfestes hatte
auch im Jahr 1981 seine Nachwirkungen. Auf Einladung der amtierenden Schützenkönigin
fand das Fest am 27. Juni im Saal Nölle statt. Aufgrund des regnerischen
Wetters war es aber nur mäßig besucht. Als Konsequenz wurde auf der Ehrengardenversammlung
vom 19. Juli 1981 beschlossen, ein Sommerfest nur im zweijährigen
Turnus zu veranstalten.
1981 kam der Schützenkönig wiederum aus den Reihen der Ehrengarde.
Karl Heinz Tegtmeyer löste Heinz Udo Reick ab und regierte als Karl Heinz
I. mit seiner Königin Mechthild I. Dieckmann ein Jahr die Schützenbruderschaft.
Während des Frühschoppens wurden die Standartenträger der Ehrengarde
H. Adrian, W. Kohlstätte und w. Tewes zu Leutnant's befördert. Nach dem
Tod von Hubert Mense fand auch eine langjährige Tradition ein Ende:
die Ehrengarde verzichtete auf einen Besuch in Backstube und Garten
der Familie Mense am Schützenfestsonntag.
Zum Schützenfest 1982 übernahm Arnold Kottenstedde die Ausbildung
der neuen Ehrengardisten, da der bisherige Ausbilder Karl König diese Aufgabe
nicht mehr wahrnehmen wollte. Auf dem Hofweg mussten nun die" Neulinge" den
Parademarsch proben und unter der Scheune Gewehrgriffe üben.
Auf der Ehrengardenversammlung vom 25. April 1982 wurde die Anschaffung
von fünf neuen Gewehren beschlossen, da die Personalstärke der Ehrengarde
auf über 40 Personen angestiegen ist. Die Gewehre wurden von Bernhard Kaiser
hergestellt.
Die Beschläge stellte die Fa. Wallmeyer aus Sendenhorst aus rostfreiem
Stahl her. Die Kosten betrugen 75,-DM pro Gewehr. Am 16. Juni 1982 nahmen
die Ehrengardisten am Fußballpokalturnier der Jungschützen teil und errangen
den 3. Platz.
Dafür erhielten sie während der anschließenden Feier auf dem Hof
Avermiddig einen Pokal. Auf der Versammlung
am 8. August 1982 beschlossen die Ehrengardisten die Einführung eines
Strafgeldes in Höhe von 10,- DM für "Langschläfer", die am Sonntagmorgen
des Schützenfestes nicht bis 7.45 Uhr zum Antreten am Vereinslokal Spitthöver
erschienen.
Man hatte in den vergangenen Jahren diesbezüglich eine immer schlechter
werdende Moral feststellen müssen.
Dieses Strafgeld wird auch heute noch erhoben und hat eine aufweckende
Wirkung gezeigt.
Am 28. und 29. August 1982 wurde das Schützenfest gefeiert. Aus Anlass
des 30- jährigen Bestehens wurden einige Ehrengardisten zu Gefreiten und
Obergefreiten befördert. Lutz Happe wurde zum Feldwebel befördert.
Nach dem Frühschoppen marschierte die Ehrengarde mit dem Fanfarencorps
Sendenhorst wieder zu ihrem
traditionellen Umzug durchs Dorf. Im "Lustgarten" von Austermann.
stellte sich die Ehrengarde aus Anlass des
30- jährigen Bestehens zu einem Gruppenbild.
Am Sonntagnachmittag nahmen Abordnungen aus Vorhelm und Tönnishäuschen
an den Feierlichkeiten zum 30- jährigen Bestehen der Ehrengarde teil. Ihnen
wurden als Andenken Fahnenbänder überreicht.
Das Schützenjahr 1983 begann für die Ehrengarde mit der Frühjahrsversammlung
am 27. März 1983 in der Gaststätte Nölle. Dort wurde nach einer längeren
Diskussion die Durchführung eines Sommerfestes am Samstag, dem 9.
Juli 1983, beschlossen. Ein Organisationskomitee wurde eingesetzt und mit
der Vorbereitung beauftragt. Die Mädchen des
Schützenballetts "Grün Weiß" stellen den Antrag auf Aufnahme
in das Programm des Schützenfestes. Die Ehrengarde befürwortet die Aufstellung
einer Gruppe Schützenmädchen. Nachdem H.U. Reick seinen Posten als stellv.
Ehrengardenführer niedergelegt hatte, musste ein neuer Stellvertreter
gewählt werden. Als Kandidaten werden K.H. Tegtmeyer
und A. Kottenstedde aufgestellt. Die Wahl soll bei der nächsten Versammlung
erfolgen.
Am 12. Juni 1983 nahm die Ehrengarde am 30- jährigen Bestehen der
Ehrengarde des St. Martinus Schützenvereins Sendenhorst teil. Dort schoss
Franz Josef Künne den Vogel der Gastvereine ab und wurde dafür mit einem
Orden ausgezeichnet. Das Organisationsteam F. Tovar, K.H. Tegtmeyer, M.
Mense und B. Schräder bereiteten zum Sommerfest eine Fahrradtour mit anschließendem
gemütlichen Abend in der Scheune vom Oberst Bernhard Kottenstedde vor.
Es wurde eine gelungene Veranstaltung. Leider wurde in den frühen Morgenstunden
des anschließenden Sonntag der Schwenkgrill vom Hof Kottenstedde gestohlen.
Der Wunsch der Ehrengarde, ein eigenes Vogelschießen durchzuführen, wurde
aus sicherheitstechnischen und organisatorischen Gründen auf einer Vorstandssitzung
im Juli 1983 wiederum abgelehnt.
Das Schützenfest 1983 erlebte dann nach 7- jähriger Pause wieder
die Teilnahme einer Gruppe Schützenmädchen. Unter der Organisation von
A. Kottenstedde nahmen 12 Schützenmädchen am Festzug teil. Diese Gruppe
wird von Claudia Fischer geleitet ist seitdem ein fester Bestandteil unseres
Schützenfestes. Das Jahr 1984 ist gekennzeichnet von sehr vielen Aktivitäten.
Auf der Ehrengardenversammlung am 11. März 1984 in der Gaststätte Nölle
wurde K.H. Tegtmeyer zum stellvertretenden Ehrengardenführer gewählt und
trat damit die Nachfolge von H.U. Reick an. Die Werbung neuer Mitglieder
macht sich bemerkbar; denn da die Ehrengarde inzwischen auf 53 Mann angewachsen
ist, müssen wiederum einige neue Gewehre angeschafft werden. Auch diesmal
werden sie von Bernhard Kaiser angefertigt.
Am 20. Mai 1984 nimmt die Ehrengarde in starker Besetzung an den
Feierlichkeiten zum 75- jährigen Bestehen der Feuerwehr teil. Höhepunkt
ist der große Festzug durch das Dorf.
Am Pfingstsonntag, dem 9. Juni nimmt die Ehrengarde an den groß angelegten
Feierlichkeiten zum 75- jährigen Jubiläum der Ehrengarde Warendorf
teil. Dort versammeln sich ca. 750 Ehrengardisten aus dem gesamten Kreisgebiet
auf dem Marktplatz und bieten ein prachtvolles Bild. Wegen des großen
Erfolges im vergangenen Jahr findet am 16. Juni 1984 ein Sommerfest statt.
In der Wagenremise bei Paul Heuckmann bereitete das Organisationsteam ein
Fest vor. Dort feiert man nach einer nachmittäglichen Fahradrallye bis
zum frühen Morgen. Dabei hält leider aufgrund der Tanzeuphorie und der
heißen Discorythmen ein als Tanzfläche genutzter Ballenwagen der Belastung
nicht stand.
Am folgenden Sonntag geleitet die Ehrengarde den Neupriester Klaus
Martin Niesmann zu seiner Primizfeier in die Pfarrkirche.
Das schon traditionelle Pokalturnier der Jungschützen fand mit Beteiligung
der Ehrengarde am Samstag, dem 23 Juni 1984, statt. Die Mannschaft der
Ehrengarde unter Leitung von K.H. Tegtmeyer schlug sich tapfer, kam aber
nur auf den 4. Platz.
Die Terminflut des Juni war doch wohl zu anstrengend gewesen.
Das Schützenfest stand im Zeichen des 10- jährigen Bestehens der
Jungschützenkompanie. Seit 1974 ist diese Gruppe in der
Schützenbruderschaft vertreten. Die Ehrengarde gestaltete am Samstag
die Kinderbelustigung neu. Die Kinder konnten zwei neue Spiele ausprobieren,
die von Mauritius Mense vorgeschlagen worden waren, und hatten auch
mehr Zeit; ca. 45 Minuten
konnten sie bei 9 aufgebauten Spielen ihr Können und ihre Geschicklichkeit
unter Beweis stellen.
Seine Treffsicherheit stellte auch der neue König unter Beweis; als
Rudolf II.( Fissahn) mit seiner
Königin Anne Marie I.( Herbort) regierte der 1. Vorsitzende der Schützenbruderschaft
das Schützenvolk. Auch er war vor einigen Jahren Mitglied der Ehrengarde
gewesen. Bereits um 7.30 Uhr trafen sich die Ehrengardisten am Sonntagmorgen
am Vereinslokal Spitthöver. Auch die Schützenmädchen nahmen erstmalig
am gesamten Programm des Schützenfestsonntags teil. Nach dem Gottesdienst
nahm Hauptmann Ferdi Lillteicher den Morgenappell ab. Besonders überraschten
ihn zwei Ehrengardisten mit etwas merkwürdig aussehenden Gewehren:
ein Gewehr bestand vollständig aus Brot und führte die Typenbezeichnung "NATO-
Verpflegungsgewehr", bei dem anderen führte ein Schlauch aus dem Kolben
und den Gewehrlauf. Der Inhalt dieses "Durstlöschgewehres" schmeckte
dem Hauptmann Lillteicher offensichtlich.
Nach dem Appell folgte die Gefallenenehrung und der Besuch des Marienheimes,
bevor man zum Vereinslokal zurückkehrte.
Im Verlauf des Frühschoppens kam es zu einer stattlichen Anzahl von
Beförderungen und Ehrungen für für die Mitglieder der Ehrengarde: 22 Ehrengardisten
wurden befördert und 4 Orden wurden für besondere Verdienste verliehen.
Die Auswirkungen dieser Beförderungen und Ehrungen ließen nicht lange
auf sich warten. Die Versorgung mit Freibier war am folgenden Montag sehr
gut.
Der traditionelle Rundgang der Ehrengarde mit dem Fanfarencorps nach
dem Frühschoppen musste in diesem Jahr geändert werden, da die Familie
Nölle die Gaststätte aufgegeben hatte. Die Ehrengarde und das Trompetercorps
Wadersloh
marschierten deshalb auf Einladung der Familie Ottofrickenstein und
der amtierenden Königin Marlies II. zu deren Wohnhaus und Betriebsgelände
an der Hauptstraße und wurde dort im Garten am Swimming Pool reichlich
bewirtet. Anschließend marschierte man traditionell zur Gastwirtschaft
Austermann.
Zum Jahresabschluss 1984 fand eine Betriebsbesichtigung der Fa. Carl
Herbort am 3. November statt.
Schon immer waren die Beziehungen zwischen der Ehrengarde und der
Familie Herbort sehr intensiv gewesen, und so ließen es sich Firmeninhaber
Carl Herbort und seine Ehefrau Anne als amtierende Schützenkönigin nicht
nehmen, der Ehrengarde seinen erneuerten und erweiterten Betrieb zu zeigen.
Beim abschließenden Abendessen mit Grünkohl, Mettendchen und Freibier
ließ man es sich schmecken und das ereignisreiche Jahr nochmals Revue passieren.
Die Verbundenheit mit den anderen örtlichen Vereinen dokumentierte
die Ehrengarde am Pfingstsonntag 1985. Nach dem Festgottesdienst um 8.30
Uhr nahm die Ehrengarde an den Feierlichkeiten und am Umzug anlässlich
des 75 jährigen Bestehens des SuS Enniger teil. Auch beim Kindergartenfest
stellte die Ehrengarde eine schlagkräftige Mannschaft und betreute das
Torwandschießen. Da auch Spielgeräte im Laufe der Zeit einige Verschleißspuren
zeigen, traf sich eine Gruppe Ehrengardisten unter Leitung von K.H. Tegtmeyer
und Theo Schlotmann im August 1985 zur Reparatur und Aufarbeitung der
Geräte
der Kinderbelustigung. Mit Drahtbürste, Pinsel und Farbe wurden die
Spielgeräte wieder instand gesetzt.
So vorbereitet, fand das Schützenfest am 31 August und 1. September
statt.
Die Überarbeitung der Spielgeräte hatte sich gelohnt: die Kinderbelustigung
fand mit einer große Zahl Kinder
auf Eilings Wiese statt.
Während des Samstagnachmittages wurde an einem Bierstand auf der
Pölinger Heide eine neue Idee geboren.
Walter Nölle, Reinhard Kottlarz, Heinz Udo, Reick und Reinhard Dieckmann
gefiel es überhaupt nicht,
die Besonderheiten der Ehrengarde nach ihrem Austritt zu entbehren.
Sie beschlossen, man müsse etwas tun!
Zwar ergaben sich noch keine konkreten Ideen, aber dieses Zusammentreffen
war die Keimzelle des
1989 gegründeten VEE (Vereinigung ehemaliger Ehrengardisten).
Das Engagement für die Ehrengarde wurde durch einige Beförderungen
während des Frühschoppens belohnt.
Karl Heinz Chlechowitz wurde zum Stabsunteroffizierernannt. Er hatte
sich besonders um die Pflege des Gartenzwergs "Egon" verdient
gemacht, der ja seit 1964 Maskottchen der Ehrengarde ist. Nach dem Frühschoppen
marschierte man zur Familie Herbort, da die amtierende Königin Anne Marie
I die Ehrengarde zu einem Imbiss eingeladen hatte.
Abschließend gab das Fanfarencorps der Stadt Oelde ein Konzert in
der Gaststätte Austermann.
Der Schützenfestsonntag verlief auch in diesem Jahr in der gewohnten
Weise. Wolfgang Wissing zeigte als neuer
Fahnenschläger zusammen mit Walter Nölle und Alfons Kohlstätte sein
Können. Albert Bleckmann hatte seine Aufgabe
nach 12 Jahren abgegeben. Sehr zur Freude der zahlreichen Zuschauer
präsentierte die Ehrengarde im Festumzug einen
gelungenen Parademarsch vor den Majestäten.
Heinz I. Orthaus und Maria VII. Gallenkemper und ihrem Hofstaat.
Die Fackelpolonaise und das Feuerwerk
bei Einbruch der Dunkelheit waren der Beginn eines gelungenen Festes
im Festsaal bei Spitthöver. Am nachfolgenden Montag trafen sich die Ehrengardisten
in der alten Dorfschänke. Von dort marschierte man zur Pölinger Heide und
sorgte dort und auf Eilings Wiese für Ordnung. Mit einem gemeinsamen Abendessen
beim Vereinswirt Spitthöver fand das Schützenfest 1985 seinen Abschluss.
Bereits am 8. Dezember trafen sich die Ehrengardisten zu einer Versammlung
in der alten Dorfschänke wieder. Eine umfangreiche Tagesordnung wurde absolviert.
Beim folgenden Winterkränzchen versucht die Schützenbruderschaft für das
Programm aus Kostengründen Akteure aus den eigenen Reihen zu gewinnen.
Die Ehrengarde wird zwei Programmpunkte
gestalten: H.J. Baxpöhler und K. Beste werden als Gesangsduo " Klaus
und Klaus" mit einem Begleitchor für Stimmung sorgen. Das "Dschungelspiel" wird
ein zweiter Programmpunkt sein.
Für das Sommerfest 1986 wird ein Planungsausschuss unter Leitung
von K.H. Tegtmeyer und T. Schlotmann gebildet.
Eine längere Diskussion über den Ablauf des "Montagabend" kam
zu keinem Ergebnis. Bis zur nächsten Ehrengardenversammlung sollen Gestaltungsvorschläge
entwickelt werden.
Die Bemühungen um Akteure aus den eigenen Reihen zum Winterkränzchen
waren sehr erfolgreich.
Auch die Programmpunkte der Ehrengarde fanden große Begeisterung.
Ala Gesangduo "Klaus und Klaus " versetzten Josef Knaup und
Heinz Josef Baxpöhler die Narrenschar an die Nordseeküste, bevor
Ferdi Tovar und seine Gruppe auf
Safari nach Afrika unter die Kannibalen fielen. Nach intensiven Bemühungen
konnte Ferdi Tovar auf der Vorstandssitzung der
Schützenbruderschaft am 16. Mai 1986 eine Mehrheit für ein Vogelschießen
für die Ehrengarde erreichen. Zehn Jahre vergebliche Versuche waren
nun endlich erfolgreich. Das Vogelschießen der Ehrengarde soll parallel
zu den Pflichtschüssen der Schützenbrüder stattfinden und muss bis
zum Beginn der Kinderbelustigung abgeschlossen sein.
Bernhard Markfort und Josef Weckheuer erklärten sich bereit, einen
auf einen Schlepper aufgebauten Kugelfang zu erstellen.
Am 28. Juni fand das 5. Sommerfest der Ehrengarde auf dem Hof Josef
Weckheuer statt. Nach einer Fahrradrally rund um Enniger mit einigen
sportlichen Einlagen (Stelzenlaufen, Hoola Hupp, Pfeilwerfen) und einem
kniffligen Fragebogen konnten sich dann die Gruppen beim Grillstand stärken
und auch ihren Durst löschen. Heiße Diskorythmen sorgten für die notwendige
Unterhaltung. Das Fest endete für einige Ehrengardisten erst bei aufgehender
Sonne am Sonntagmorgen. Das Schützenfest
1986 wurde auf der Ehrengardenversammlung am 20. Juli im Vereinslokal
Spitthöver vorbereitet.
Aus "Altersgründen" kündigten die bisherigen Standartenträger
Tewes, Adrian und Kohlstätte ihren Rücktritt an.
Als Nachfolger wurden Norbert Watermann, Wolfgang Baxpöhler und Günther
Stuckmann benannt.
Die Vorbereitungsarbeiten zum Schützenfest wurden auf die Ehrengardisten verteilt und die Modalitäten des erstmaligen Vogelschießens festgelegt:
- Arnold Kottenstedde besorgt den Vogel
- Hubert Stuckmann wird zum Schießmeister ernannt, da er über die
gesetzliche Berechtigung verfügt
- jeder Ehrengardist hat drei Schuss, geschossen wird mit Kleinkaliber
Kal. 22 lfB.
- der König der Ehrengarde wird am Sonntagnachmittag während der
Krönung ausgezeichnet
- die Königswürde ist mit keinerlei Verpflichtung verbunden, lediglich
ein Königsorden
muss an der Kette vom König angebracht werden
F. Tovar und K.H. Tegtmeyer kauften bei der Firma Birrenbach
in Ahlen eine Königskette. Die Kosten von 236,80 DM trug die Ehrengarde.
Das Schützenfest 1986 wurde zum erstenmal an drei Tagen in einem
Festzelt auf dem Volksbankparkplatz gefeiert. Es begann am Freitag, dem
29. August mit einer großen Zeltdisco für die Jugendlichen. Viele Hundert
Besucher füllten das Zelt und rockten zu den Klängen der Band " The Skydogs".
Nervosität machte sich am Samstagnachmittag auf der Pölinger Heide
breit. Die Ehrengardisten kämpften erstmalig um die Königswürde. Nach 196
Schuss konnte Bernhard Reckmann die letzten Reste des Vogels von der Stange
befördern.
Auch den " großen Vogel" erlegte ein Ehrengardist: Fahnenschläger
Walter Nölle regierte als Walter I mit Königin Anita I Kottlarz die
Schützenbruderschaft ein Jahr lang. Im Verlauf des Frühschoppens übergaben
die drei Standartenträger W. Tewes, H. Adrian und W. Kohlstädde die Standarte
der Ehrengarde an ihre Nachfolger.
Für ihre 10- jährigen geleisteten Dienste erhielten sie einen Orden,
die Nachfolger N. Watermann, G. Stuckmann und W. Baxpöhler wurden zu Feldwebeln
befördert. Der mittägliche Rundmarsch der Ehrengarde führte zunächst nach
Ottofrickenstein, wo am Rande des Swimmingpools das Fanfarencorps der Hubertus
Schützengilde Neubeckum Nord einen musikalischen Einstand gab. Anschließend
marschierte man zur Fa. Herbort, um sich mit "Knackern" zu stärken
bevor man
dann bei Austermann den Rundmarsch beendete. Im Verlauf der Krönung
wurde dann am Sonntagnachmittag erstmalig die Königskette der Ehrengarde
vergeben. Bernhard Reckmann ließ sie sich als erster König umhängen.
Eine besondere Leistung erbrachte Fahnenschläger Wolfgang Wissing:
er führte allein den Fahnenschlag vor, da seine Mitschläger Walter Nölle
als König und Alfons Kohlstätte als Mitglied des Hofstaates nicht zur Verfügung
standen. Man hatte eigentlich eine Aushilfe aus dem Nachbarort Hoetmar
eingeplant, aber die Hoetmarer Fahnenschläger trafen erst ein, als
der Fahnenschlag bereits beendet war. So kamen der Hofstaat, die Schützenschwestern
und -brüder sowie die Zuschauer in den Genuss eines zweifachen Fahnenschlages.
Ein gelungener Parademarsch und ein tolles Fest im mit ca. 500 Personen
vollbesetzten Festzelt krönten das
Schützenfest 1986. Am Montagmorgen besuchte eine Gruppe Ehrengardisten
den neuen König Bernhard Reckmann. Im Wohnzimmer wurde dabei kräftig
gefeiert, bevor man sich zum Aufräumen um 14.00 Uhr in der alten
Dorfschänke traf.
Den Abschluss des Jahres bildete die Besichtigung der Volksbank am
5. Dezember 1986. Die Führung übernahm der Geschäftsführer der Volksbank
und 1. Vorsitzende der Schützenbruderschaft Rudolf Fissahn. Auf der
anschließenden Ehrengardenversammlung bildeten sich zwei Gruppen, die beim
kommenden Winterkränzchen mitwirken wollen. Am 13. Dezember 1986 starb
nach langer, schwerer Krankheit der Major der Schützenbruderschaft, ehemaliger
Führer und Gründungsmitglied der Ehrengarde, Ferdi Lillteicher. Unter großer
Anteilnahme der Schützenbrüder und besonders der Ehrengardisten wurde er
am 17. Dezember zu Grabe getragen.
Mit ihm verlor die Schützenbruderschaft und die Ehrengarde einen
ihrer aktivsten Schützenbrüder.
Auf dem Winterkränzchen am 31. Januar 1987 zeigte sich die
Ehrengarde von ihrer sportlichen Seite. Eine Turnerriege der Ehrengarde
bewies Fitness und humoristische Disziplinlosigkeit. Die Ehrengardenversammlung
am 12. April 1987 fand in der Gaststätte Wieler statt. Es wurde der Jahresplan
für die Ehrengarde erstellt. Da die Ehrengarde inzwischen auf 52 Mann angewachsen
war, wurde auch für die Ehrengarde eine EDV- Verwaltung durch Rainer Pieke
erstellt.
Anschreiben, Mitteilungen und Etiketten können nun schneller erstellt
werden. Unter der Leitung von Wolfgang Wissing und Dieter Stuckmann nahm
die Ehrengarde am Pokalturnier der Jungschützen am 11. Juli teil, leider
nicht mit dem erhofften Erfolg. Eine Woche vor dem eigenen Schützenfest
nahm die Ehrengarde zusammen mit Fahnenabordnungen, Offizierscorps, Jungschützen
und Schützenmädchen am Jubiläumsfest im Nachbarort Hoetmar teil. Vom 28.
bis 30. August 1987 feierte man im gewohnten Rahmen das Schützenfest. Nach
einer wiederum sehr erfolgreichen Eröffnung des Festes durch die Zeltdisco
am Freitagabend wurde auf der Pölinger Heide am Samstagnachmittag zum zweitenmal
auch der Ehrengardenvogel abgeschossen. Heinz Lange konnte bereits nach
105 Schuss den Vogel von der Stange holen. Nach einer gelungenen Kinderbelustigung
konnte es ihm dann Theo Holtrup beim "großen Vogel" gleichtun.
Nach dem Gottesdienst am Sonntagmorgen konnte dann ein neuer
Fahnenschläger begrüßt werden; Ludger Heuckmann übernahm die Rolle
von Walter Nolle im Schlagtrio. Mit 5 neu aufgenommenen Ehrengardisten
trat die Ehrengarde dann mit 57 Mann zum Appell an. Mit hintergründigem
Humor
berichteten die Ehrengardisten Martin Beermann und Klaus Beste von
ihren Urlaubserlebnissen: der eine war ausschließlich tagsüber in
der Sonne am Strand braun gebrannt worden, der andere war wegen seiner
ausschließlich nächtlichen Aktivitäten recht blass geworden. Nach
der Gefallenenehrung durch Oberst Kottenstedde und dem Besuch des
St. Marien Heimes wurden im Verlauf des Frühschoppens einige Ehrengardisten
befördert. Dem scheidenden König der Ehrengarde wurde als bleibende Erinnerung
die silberne Schützenschnur überreicht. Diese wurde von nun an jedem
scheidenden Ehrengardenkönig verliehen. Zum traditionellen Rundgang
der Ehrengarde wurde sie zum erstenmal vom Trompetercorps der St. Hubertus
Schützengilde Neubeckum-Nord begleitet. Nach einem Besuch bei Ottofrickenstein
und Herbort spielte man in der Gaststätte Austermann zu einem Ständchen
auf. Dieser Rundmarsch war der Beginn einer engen persönlichen Freundschaft
zwischen einem Ehrengardisten und der Tambourmajorin aus Neubeckum.
Aus der Freundschaft wurde Liebe und am 1. Februar 1991 heirateten
Ludger Koch und Heike Uthmann. Die Krönung der neuen Majestäten leitete
am Sonntagnachmittag der Krönungsoffizier Karl Heinz Kreft.
Er übergab auch dem neuen König der Ehrengarde die Königskette. Festmarsch
mit Parademarsch der Ehrengarde und anschließendem Kaffeetrinken
rundeten das Nachmittagsprogramm ab. Der Festball im Zelt auf dem Parkplatz
der Volksbank wurde am Abend von der Fackelpolonaise und dem Feuerwerk
unterbrochen. Viele Zuschauer ließen sich dieses Schauspiel nicht entgehen
und säumten die Straßen des Dorfes. Nach einer durchfeierten Nacht mit
der Tanzkapelle Vorhelm unter der
Leitung von Bernd Jäger trafen sich einige Ehrengardisten am Montagmorgen
um 10.00 Uhr bei Günter Stuckmann und fuhren gemeinsam zum Ehrengardenkönig
Heinz Lange nach Ennigerloh. Dort veranstaltete man einen zünftigen
Frühschoppen. Man kam überein, dies zu einer ständigen Einrichtung werden
zu lassen, und fand auch gleich einen Namen für diese unerschrockene
Truppe: nach der verkonsumierten Biersorte nannte man sich "Veltins Club".
Gegen 14.00 Uhr traf sich die Ehrengarde zum Aufräumen des Sportplatzes
und der Pölinger Heide. Beim Abmarsch zum Abendessen stellte sich heraus,
dass man nicht komplett angetreten war. Nach einigem Suchen fand man die
Fehlenden: die Anstrengungen der Schützenfesttage hatte sie übermannt,
und sie waren auf einem stillen Örtchen fest eingeschlafen. Nach dem Besuchen
bei den Familien Zumbült und Tovar erholten sich die Ehrengardisten bei
einer Schweinshaxe mit Sauerkraut, und einige Unentwegte feierten bei reichlich
Freibier bis in den frühen Dienstagmorgen. Am 30. 10. 1987 trafen sich
die Ehrengardisten und fuhren zur Besichtigung des Zementwerkes der Anneliese
Zement AG nach Ennigerloh. Nach einer kleinen anschaulichen Einführung
über die Gewinnung von Zement besichtigte man die Anlage und konnte sich
abschließend im Leitstand von den Kontrollmöglichkeiten der Technik überzeugen.
Anschließend traf man sich in der "Sofiebar" der Gaststätte Lindenhof
zu einer Ehrengardenversammlung. Wichtigster Tagesordnungspunkt war die
Wahl eines neuen Führers der Ehrengarde, da Ferdi Tovar wegen Arbeitsüberlastung
dieses Amt aufgab. Einstimmig fiel die Wahl auf den bisherigen Stellvertreter
Harl Heinz Tegtmeyer.
Beim Kegelwettkampf am 8. 11.1987 gegen die Jungschützen
musste sich sie Ehrengarde leider geschlagen geben. An dieser Stelle sei
erwähnt, das die Ehrengarde seit der Einführung des Preiskegelns im Jahre
1974 bis zum heutigen Tag die Kegelaufsicht an allen vier Kegelsonntagen
stellt.
Am 28. Januar 1988 trug die Ehrengarde mit einer gelungenen Discoparodie
zum Gelingen des Winterkränzchens bei.
Besonders Hubert Middelhove als Tina Turner und Josef Knaup als Gottlieb
Wendehals begeisterten das Publikum.
Mit 27 Stimmen wurde auf der Ehrengardenversammlung am 10. April
1988 in der Gaststätte Wieler Hubert Middelhove gegen zwei Mitbewerber
zum stellvertretenden Ehrengardenführer gewählt. Das Sommerfest der Ehrengarde
wurde auf den 2. Juli 1988 terminiert und ein Organisationskomitee mit
der Vorbereitung beauftragt. Die Vertreterinnen der Schützenmädchen, Claudia
Fischer und Gisela Kottenstedde, stellten für die Schützenmädchen den
Antrag auf Eingliederung in die Ehrengarde. Diesem Antrag wurde bei einer
Enthaltung stattgegeben. Zukünftig sollen die Mädchen unter der Bezeichnung "weibliche Ehrengarde" in die Ehrengarde integriert werden. Zum
10 jährigen Bestehen des Trompetercorps Neubeckum Nord fuhren ca.
35 Ehrengardisten und - gardistinnen am 18. Juni 1988 zum Umzug nach Neubeckum.
Es war leider eine sehr feuchte Angelegenheit, da sich ein schweres Gewitter
austobte. Auf der Ehrengardenversammlung am 26. Juni 1988 bereitete man
das Schützenfest vor. Das Vogelschießen wird in diesem Jahr von Arnold
Kottenstedde geleitet, da sich Hubert Stuckmann im Urlaub befindet. Die
weibliche Ehrengarde bereitet auf der Pölinger Heide am Samstagnachmittag
einen Kaffee- und Kuchenverkauf vor. Die Geräte für die Kinderbelustigung
werden überprüft und instandgesetzt. Das Sommerfest fand am festgesetzten
Termin nach einer unterhaltsamen Fahrradrally auf dem Hof Frerig-Liekhues
statt. Baumstammweitwurf, Leckeres vom Grill und eine heiße Partynacht
mit kühlen Getränken sorgten für eine tolle Stimmung. Unter der Leitung
von K.H. Tegtmeyer erspielte sich die Fußballmannschaft der Ehrengarde
auf dem Pokalturnier der Jungschützen am 9. Juli einen vorderen
Platz. Zum Schützenfest vom 26. bis 28. August 1988 traf man sich bereits
am Montag vorher zum Übungsabend in der Gaststätte Austermann. Leider mussten viele
Ehrengardisten 5,- DM Strafgebühr für Nichterscheinen bezahlen.
Für die Zeltdisco am Freitagabend leisteten die Ehrengardisten Kassier-
und Ordnungsdienste. Sie konnten jedoch die Zerstörung von einigen Hundert
Biergläsern nicht verhindern. Am Samstag eröffnete die Ehrengarde mit ihrem
Vogelschießen am Nachmittag das Schützenfest. Nach einem harten Kampf
und 207 Schuss KK mit dreifacher Ladung fiel der von Arnold Kottenstedde
organisierte zähe Vogel von der Stange: Josef Knaup hatte ihn erlegt und
die Königswürde errungen. Bei der Kinderbelustigung fand die Schwammwand
reges Interesse: endlich konnten die Kinder den Vätern mal richtig den
Kopf waschen. Das Kaffee- und Kuchenzelt der weiblichen Ehrengarde war
ein voller Erfolg, und so konnten die Ehrengardistinnen ein dickes Lob
entgegennehmen. Manni Stoltenhoff beförderte dann gegen 18.00 Uhr den Schützenvogel
von der Stange. Die Jungschützen schafften es diesmal nicht, ihren König
termingerecht zu ermitteln. Manfred Borrmann konnte erst bei Einbruch der
Dunkelheit diese Königswürde in Fiehe`s Garten erringen. Nach dem Gottesdienst
übernahm der neue Spieß Werner Tewes das Kommando über das Schützenbatalion.
Appell, Gefallenenehrung und Besuch am Marienheim schlossen sich an.
Am Montagmorgen besuchte der "Veltinsclub" den neuen König
der Ehrengarde Josef Knaup. Im weiteren Verlauf des Schützenfestes war
es zu einigen "Unkorrektheiten" im Umgang mit den Gewehren gekommen,
und so kam es nach dem Aufräumen am Montagnachmittag zu einem recht
umfangreichen Strafappell im Garten Zumbült 7 Ehrengardisten wurden mit
Freibierspenden bestraft. Unter den Klängen des Spielmannszuges wurde dann
die Flagge bei Ferdi Tovar eingeholt, bevor
man dann bei Abendessen und Getränken das Schützenfest ausklingen
ließ. Erstmals traf sich am Montagabend auch eine Gruppe ehemaliger
Ehrengardisten beim Festwirt Spitthöver. Man hatte sich ja bereits seit
einigen Jahren Gedanken über die Gestaltung des Montagabends nach dem Ausscheiden
aus der Ehrengarde gemacht. Dieses Treffen sollte die Grundlage zur Gründung
einer neuen Gruppe innerhalb der Schützenbruderschaft werden.
Das Jubiläumsjahr 1989 ( 60 Jahrechützenbruderschaft Enniger) begann
auch für die Ehrengarde mit einem großen Erfolg. Die "Holzhackerbuam" aus
den Reihen der Ehrengarde mit "Resi" Hubert Middelhove waren
der Höhepunkt des Winterkränzchens am 28.Januar. Die Terminplanung für
das Jahr fand auf der Versammlung am 30. April 1989 im Lindenhof statt.
Wegen des Jubiläums verzichtete man auf die Organisation eines Sommerfestes.
Am 15. Mai nahm die Ehrengarde mit einer Mannschaft unter Leitung von Hubert
Stuckmann am "Spiel ohne Grenzen" im Rahmen der Sportwoche des
SuS Enniger teil. Man erreichte der dritten Platz. Der Würstchenstand auf
dem Pfarrfamilienfest am 4. Juni wurde auch von der Ehrengarde betreut.
Eine Woche später fuhr die Ehrengarde zusammen mit den Abordnungen
der Schützenbruderschaft zur Jubiläumsfeier nach Sendenhorst. Auch an der
Durchführung des Biwaks der Schützenbruderschaft am 6. August beteiligte
sich die Ehrengarde aktiv. Auf- und Abbau der Zelte und Stände sowie die
Organisation des Grillens geschah unter der Regie der Ehrengarde.
Nach diesem Sommerprogramm bereitete man auf der Ehrengardenversammlung
am 13. August das Jubiläumsschützenfest vor. Die einzelnen Aktivitäten
wurden besprochen, und der Dienst zum Schützenfest eingeteilt.
Nach intensiven Vorbereitungen konnte das Schützenfest 1989 vom 25.
bis 27. August gefeiert werden. Die Zeltdisco mit der Band "Royal
Flash" war gut organisiert und wurde ein Volltreffer. Das Vogelschießen
der Ehrengarde ist der Beginn der Aktivitäten am Samstagnachmittag.
Nach 186 Schuss gelang Franz Josef Pospiech der Griff nach der Königswürde.
Kinderbelustigung und Kaffeetrinken verliefen wie geplant. Weiterer
Höhepunkt des Festes war der Kaiserschuss von Ferdi Tovar. Der ehemalige
Führer der Ehrengarde schoss nach 1977 zum zweiten mal den Vogel ab und
regierte als Kaiser Ferdi I. mit seiner Kaiserin Brunhild I. Fissahn. Mit
der Standartenweihe der Jungschützen während der Messfeier setzte sich
das Programm am Sonntag fort. Erstmals spielte die Musikkapelle Vorhelm
während des Gottesdienstes. Die Ehrengarde stellte traditionsgemäß Messdiener
und Lektoren. Nach dem Appell, der Gedenkfeier und dem Besuch am Marienheim
wurde auch die Ehrengarde zum Jubiläumsfrühschoppen besonders geehrt: es
gab Beförderungen und Ehrungen in großer Zahl.
Die Jubiläumsfeier am Sonntagnachmittag verregnete völlig. Gastvereine
und das Kaiserpaar, der übrige Hofstaat und die Schützenbrüder wurden
vom Nieselregen durchnässt. Auch die Fackelpolonaise nebst Feuerwerk fielen
dem Wetter
zum Opfer. Der Kaiserball am Abend erlebte seinen Höhepunkt in einem
Besuch der Ehemaligen "Blauen Jungs" des
Fürstlichen Trompetercorps Rheda. Am Tag nach dem Schützenfest fand
dann bei Walter Nölle die Gründungsversammlung des VEE (Verband
ehemaliger Ehrengardisten ) statt. Die Mitglieder wählten Walter Nölle
zu ihrem Vorsitzenden.
Die Mitglieder des VEE versammeln sich ca. acht bis vierzehn Tage
vor dem Schützenfest zu einem gemütlichen Abend.
Sie treffen sich dann am Montagabend nach dem Schützenfest beim Festwirt
Spitthöver zu einem gemeinsamen Abendessen
und Schützenfestausklang. Programmpunkt der Ehrengarde zum Winterkränzchen
1990 war das Bauernballett. Es war der absolute Höhepunkt des Abends. Die
Mitglieder des Balletts haben seitdem eine Vielzahl von Auftritten in
der näheren und weiteren Umgebung von Enniger gehabt.
Rückblick und Ausblick waren die Tagesordnungspunkte der Versammlung
am 25. März 1990 im Lindenhof. Im Verlauf des Schützenfestes 1989 ist ein
Gewehr abhanden gekommen. Die Gewehre sollen deshalb mit Nummern gekennzeichnet
werden. Ein Sommerfest soll im Jahr 1990 wieder veranstaltet werden. Das
Organisationsteam unter der Leitung von Arnold Kottenstedde plant dieses
Fest. Am 1. Mai wurde erstmals durch die Schützenbruderschaft auf dem Volksbankparkplatz
ein Maibaum aufgestellt. Auch die Ehrengarde soll ein Wappenschild am
Maibaum anbringen. Zum 60- jährigen Vereinsjubiläum fuhr die Schützenbruderschaft
am 27. Mai zum Nachbarort Vorhelm. Auch die Abordnung der Ehrengarde war
dabei stark vertreten. Sportliche Aktivitäten prägten die Veranstaltungen
im Sommer 1990: beim "Spiel ohne Grenzen", und beim Fußballturnier
der Jungschützen war man recht erfolgreich. Das Sommerfest am 4. August
fand auf dem Hof Möllenhoff statt. Während einer ausgiebigen Orientierungsfahrt
rund um Enniger mussten einige kleine sportliche und geistige Aufgaben
erfüllt werden. Am Ziel angekommen, konnte man sich dann bei Bratwürstchen,
Grillkoteletts und Getränken erholen. Eine kleine Rock`n Roll Vorführung
eines Ehrengardisten mit seiner Partnerin fand leider ein sehr schmerzhaftes
Ende.
Die Vorbereitungen des Schützenfestes wurden auf der Versammlung
am 12. August in der Gaststätte Lindenhof besprochen. Besonders die Kinderbelustigung
wurde aufgebessert. Ein Luftballonwettbewerb und das Aufstellen einer "Knax
Burg" wurde beschlossen. Eine längere Diskussion über den Verlauf
des Montagnachmittags ließ die unterschiedlichen Meinungen
deutlich werden. In einer Abstimmung entschloss man sich jedoch für
die Beibehaltung in der jetzigen Form.
König der Ehrengarde auf dem Schützenfest vom 24. bis 26. August
1990 wurde nach 252 Schuss Michael Middelhove.
Beim Luftballonwettbewerb wurden ca. 200 Ballon auf die Reise geschickt.
Die weiteste Strecke und damit Gewinner des Rundfluges über Enniger legte
der Ballon von Markus Kohlstädde zurück. Man fand ihn nach ca. 620 km in
der Nähe von Breslau in Polen. Nach dem Gottesdienst am Sonntagmorgen fand
der Appell durch Hauptmann Heinz Udo Reick statt.
Den Gründungsmitgliedern des VEE wurden dabei Erinnerungsmedallien
überreicht und diese Gruppe den Schützenbrüdern offiziell vorgestellt.
Während des Frühschoppens erhielt Franz Josef Pospiech erhielt als Ehrengardenkönig
des vergangenen Jahres die silberne Schützenschnur. Der traditionelle Mittagsrundgang
mit dem Trompetercorps Neubeckum Nord war in
diesem Jahr erstmalig anders organisiert. Aus Zeitgründen hatte man
sich dazu entschlossen, lediglich zwei Stationen aufzusuchen: entweder
die Familie Ottofrickenstein oder die Familie Herbort und als Abschluss
jeweils die Gaststätte Austermann.
Man begann in diesem Jahr mit der Familie Ottofrickenstein. Dort
übernahm Jürgen Künne (Empire) die Patenschaft über den Gartenzwerg Egon
von Klaus Beste. Der Sonntagnachmittag und - abend gestaltete sich in gewohnter
Weise.
Das abendliche Feuerwerk fiel in diesem Jahr besonders prächtig aus,
da es im vergangenen Jahr nicht abgebrannt worden war. Nach Aufräumen
und Abendessen klang das Schützenfest 1990 für einige erst am Dienstagmorgen
aus.
Am Donnerstag, dem 9. November 1990 fand in den Räumen der Volksbank
die Preisverleihung des Ballonwettbewerbes statt. 10 Gewinner freuten sich
über ihre Preise.
Eine Gruppe Ehrengardisten trug am 16. Dezember zum Gelingen des
ersten Weihnachtsmarktes bei. Der Erlös in Höhe von 10.000 DM diente der
Unterstützung der Russlanddeutschen und wurde dem Deutschen Roten Kreuz
übergeben.
Die Wiedervereinigung Deutschlands zeigte so auch in Enniger ihre
Spuren. Die Vorbereitungen für das Winterkränzchen der Schützenbruderschaft
waren fast abgeschlossen, die Eintrittskarten verkauft, und auch die Ehrengardisten
und -innen waren gut vorbereitet, da machte der Golfkrieg dem Karneval
einen Strich durch die Rechnung. Wie viele andere Feste fiel auch das Winterkränzchen
aus.
In der Gaststätte Wieler trafen sich die Ehrengardisten und die weibliche
Ehrengarde am 5. Mai 1991 zur Ehrengardenversammlung. Dort tauschte man
die ersten Gedanken zum Ehrengardenjubiläum im Jahr 1992 aus.
Da man zuletzt das 25- jährige Bestehen im Jahr 1977 gefeiert hatte,
wurde die Feier des 40- jährigen Bestehens beschlossen. Unter der
Leitung von Hubert Stuckmann erkämpfte die Mannschaft der Ehrengarde
beim Spiel ohne Grenzen des SuS Enniger am 20. Mai 1091 den ersten
Platz. Anlässlich des 175. Schützenfestes fuhr die Ehrengarde zusammen
mit der Abordnung der Schützenbruderschaft am 2. Juni nach Westkirchen.
Am Theodor- Frisch- Gedächtnisschießen am 15. Juni in Ennigerloh sowie
am Pokalturnier der Jungschützen am 20. Juli nahm eine Mannschaft der Ehrengarde
traditionsgemäß teil.
Der Besuch bei der Schützenkameradschaft Ennigerloh zum 80- jährigen
Bestehen des Vereins und gleichzeitigem 40- jährigen Bestehens der dortigen
Ehrengarde am 3. August gehören zu den gutnachbarschaftlichen Aufgaben.
Die Vorbereitung des Schützenfestes 1991 und die Verteilung der Aufgaben
standen dann im Mittelpunkt der Versammlung. Grünholen, Zeltdisco, Aufbau
der Kinderbelustigung und des Schießstandes wurden besprochen. Zur Erweiterung
der Kinderbelustigung wurde eine Negerkusswurfmaschine organisiert. Vom
30. August bis zum 1. September wurde das Schützenfest gefeiert. Den Auftakt
machte die Gruppe L.A.Crits bei der Zeltdisco. Nachdem am Samstagmorgen
der Schießstand aufgebaut worden war, konnte es nachmittags los gehen.
Groß war der Andrang der Ehrengardisten an der Vogelstange. Einige Bewerber
stellten sich nach ihren Schüssen gleich wieder in die Reihe der Wartenden,
um jede Gelegenheit zu nutzen. Nach dem 151 Schuß war es Frank Stammkötter,
der sich auf den Schultern der Ehrengardisten als neuer König feiern ließ.Gegen
15.00 Uhr stürmten die Kinder Eilings Wiese zur Kinderbelustigung. Sachhüpfen,
Torwandschießen, Schwamm-, Pfeil- und Dosenwerfen, Reifenspiel, Kletterstange
u.v.m. konnten ausprobiert werden und wurden mit kleinen Geschenken belohnt.
Spielsachen, Süßigkeiten und kleine Würstchen werden seit Jahren bei einheimischen
Firmen eingekauft oder großzügig gespendet. Den Kampf an der Vogelstange
gewann in diesem Jahr auch ein ehemaliger Ehrengardist: Als Reinhard I.
Dieckmann regiert er mit seiner Königin Marianne III. Kohlstädde das Schützenvolk.
Dem Gottesdienst am Sonntagmorgen folgte ein Appell durch Hauptmann Heinz
Udo Reick. Der Ehrengarde wurden dabei die drei Kanoniere Manfred Borrmann,
Wolfgang Bönisch und Christian Westkämper angegliedert. Überraschend übernahm
dann der ehemalige Führer der Ehrengarde Karl König das Kommando und führte
bei der Ehrengarde einen strengen Gewehr- und Kleiderappell durch. Leider
war nicht alles in Ordnung.
Im Anschluss an den Frühschoppen marschierte man mit dem Fanfarencorps
Beckum Weiß-Rot zur Familie Herbort.
Nach einem musikalischen Gruß des Fanfarencorps stärkte man sich
mit Gulasch und Getränken. Das musikalische "Danke schön" verleitete die Ehrengardisten zu tänzerischen Einlagen
auf dem Rasen.
Die Krönung mit musikalischen Einlagen und der Fahnenschlag zu Ehren
des neuen Königspaares bestimmten das Programm
auf der Marktwiese am Nachmittag bevor der Festmarsch sich durch
das Dorf in Bewegung setzte. Die Ehrengarde bot zum Abschluss vor der an
der Praxis Dr. Kuchenbecker aufgestellten Throngesellschaft und den anwesenden
Zuschauern einen gelungenen Parademarsch. Nach dem Kaffeetrinken im Festzelt
begannen mit dem Fackelverkauf die Vorbereitung des Festballs. Im gut gefüllten
Festzelt begann dann um 19.00 Uhr der Festball. Bei Einbruch der Dunkelheit
wurde der Ball durch die Fackelpolonaise mit Feuerwerk unterbrochen. Danach
feierte man bis in den frühen Montagmorgen ein tolles Fest.
Am Montagmorgen machte der "Veltins Club" seinen Besuch bei
König Frank Stammkötter, bevor man sich um 14.00 Uhr in der alten Dorfschänke
bei Uschi Würl traf. Von dort ging es dann zum Aufräumen von Sportplatz,
Eilings Wiese und der Pölinger Heide. Nach dem Aufräumen blieb man bis
zur Ankunft des Spielmannszuges zusammen und übte Manöverkritik. Zusammen
mit dem Spielmannszug marschierte man zur Familie Zumbült. Im Garten fand
dann der Strafappell statt. In diesem Jahr gab es nicht viel zu beanstanden,
so dass die Ehrengardisten ungeschoren davonkamen. Der Besuch beim ehemaligen
Ehrengardenführer Ferdi Tovar mit dem Einholen der Fahne schloss sich am,
bevor man zum Abendessen im Lindenhof weitermarschierte. Dort traf man
auch die Throngesellschaft, um sich zum Ausklang des Schützenfestes 1991
zu stärken.
Am nächsten Sonntag, dem 8. September, nahm eine Gruppe der Ehrengarde
am "Spiel ohne Grenzen" aus Anlass
des 40 jährigen Bestehens der Katholischen Landjugendbewegung Enniger
teil. Dort mussten Disziplinen wie LKW-Ziehen, Seilchenspringen
mit Wassereimern, Tauziehen und Schmierseifenklettern absolviert
werden. Der Lohn für die Mühe war der dritte Platz für den man einen Pokal
entgegennehmen konnte.
Zum Winterkränzchen am 25. Januar 1992 steuerte die Ehrengarde zwei
Programmpunkte bei. Mitglieder der Ehrengarde, der Jungschützen und der
weiblichen Ehrengarde führten die komische Oper "Das Schützenfest" auf,
und die Gruppe "Rotlicht" versetzte die Gäste in eine schummrige
Baratmosphäre. Beide Gruppen bekamen starken Applaus vom begeisterten Publikum.
Zu einer Besichtigung des Fernmeldeamtes Münster traf sich die Ehrengarde
am 13. März 1992. Man besichtigte unter der Führung von Theo Schlotmann
und seinem Mitarbeiter neben den technischen Räumen auch die Auskunftszentrale
und das Ausbildungszentrum der Telekom. Im Anschluss an die Besichtigung
traf man sich in der Gaststätte Lindenhof zu einer Ehrengardenversammlung.
Hier standen die Vorbereitungen des Jubiläums im Vordergrund. Man beschloss
die Anschaffung einer Anstecknadel für die Ehrengarde. Aus vier vorgelegten
Entwürfen wählte man einen aus. Weiter wurden die Ehrengardisten über den
geplanten Ablauf des Jubiläums informiert.
Im Jubiläumsjahr 1992 hat die Ehrengarde 61 Mitglieder, die weibliche Ehrengarde 28 Mitglieder.
Die Ehrengarde wird von Karl Heinz Tegtmeyer geführt, sein
Stellvertreter ist Hubert Middelhove, Schriftführer Theo Schlotmann, Ausbilder
Arnold Kottenstedde und Schießwart Hubert Stuckmann.
Die Standartenträger sind Günther Stuckmann, Norbert Watermann und
Wolfgang Baxpöhler.
Als Kanoniere gehören der Ehrengarde Manfred Borrmann, Christian
Westkämper und Wolfgang Bönisch an.
Der Fahnenschlag wird von den Ehrengardisten Ludger Heuckmann, Matthias
Nölle und Wolfgang Wissing ausgeführt.
Die weibliche Ehrengarde wird von Claudia Fischer geführt, ihre Stellvertreterin
ist Gaby Frerig-Liekhues.